
Der dritte Release der Berliner klingt noch mal deutlich wärmer und nach 2.0-Produktion, so als hätte man sich für die Millionen, ach, was sag ich, Milliarden aus den Verkaufserlösen der Vorgänger ein superteures 48-Spur-Studio hingestellt, um dann doch nur acht davon zu nutzen, die aber volle Kanne. Mir fallen auf Anhieb mindestens drei Labels ein, die nur zu gerne so etwas in ihrem Portfolio hätten, aber eben nicht haben. Gut gemachter Minimal-Elektro mit Breitbandproduktion, der nicht mehr viel hinzuzufügen ist, weil die Songs hier so aufgenommen wurden, dass das musikalische Gehirn nicht mehr addieren muss. In den Discotheken der Neo-Minimal-Elektro-Entourage sollte das ebenso funktionieren wie bei den Schwarzträgern, die das Minimal davor gar nicht brauchen, um ihre zarten und bleichen Ärsche auf die Tanzfläche zu bewegen, auf der man bei Schwarzlicht jede Schuppe und jeden Krümel auf den Klamotten entdeckt. I.G. klingen ausgereift und angekommen, der Sound ist perfektioniert. Wir warten auf mehr, denn der Weg ist der richtige. Klar könnte man jetzt die Hits aufzählen, aber bei Phantom kann man auf der Bandcamp-Seite selber hören, und warum sollte ich dir faulen Socke „Enttäuschung“ oder „Reise“ als Anspieltipps vorkauen?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #162 Juni/Juli 2022 und Kalle Stille
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