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PRONG

State Of Emergency

Nach zwischenzeitlichen kreativen Durststrecken hat Tommy Victor zuletzt wieder richtig Blut geleckt und mit Alben wie dem vor sechs Jahren erschienenen „Zero Days“ zwar keine Meisterwerke, wohl aber überaus solide Kost veröffentlicht. Statt stumpf ballernden Riffs gab es Stücke mit Wiedererkennungswert, die von einem guten Gespür für cleveres Songwriting zeugten. Das beweist Mr. Victor auch auf „State Of Emergency“, dem zwölften Album unter dem PRONG-Banner (Cover- und Remix-Platten nicht berücksichtigt). Von der Grundstimmung her am ehesten an das ’96er Werk „Rude Awakening“ erinnernd, prescht die Platte ohne langes Tamtam direkt in die Vollen und ballert das wuchtige „The descent“ durch die Membranen. Victor zeigt nicht nur bei diesem Song, dass Groove Metal für ihn keine Einbahnstraße ist und dass man sich durchaus auch anderer Stilistika bedienen darf, ohne Gefahr zu laufen, den eigenen Sound zu sehr zu verwässern. Thrash Metal gehörte ohnehin seit jeher zu einem wesentlichen Einfluss Victors, weshalb auch mal richtig geballert werden darf. Die typische Riffwalze darf aber nicht fehlen und Fans des Victorschen-Stakkato-Palm-Mute-Riffings kommen genauso auf ihre Kosten wie die Thrash-Gemeinde – und bei „The descend“ sogar KILLING JOKE-Fans. Versehen mit einer Produktion, die keine Wünsche offen lässt, kann man dieser Platte attestieren, dass sie eines ganz sicher nicht ist, nämlich langweilig.