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HEKTISCHEN FLECKEN

Stockhausen-Syndrom

Das neue, zweite Album von DIE HEKTISCHEN FLECKEN besticht wie der Vorgänger zunächst mit einer schicken Vinylfarbe – diesmal ist es durchsichtiges Pink. Ob der Albumtitel eine Anspielung auf den Künstler Karlheinz Stockhausen ist, der den Einsturz der Twin Towers in New York fasziniert-verwirrt als das größte Kunstwerk der Menschheitsgeschichte bezeichnete, oder eher das Aksu-von-Stockhausen-Syndrom meint, eine Bezeichnung für Erkrankungen des Kopfs, bleibt offen. Vermutlich ist es auch einfach nur ein Titel. Die elf Lieder klingen allesamt sehr entspannt aus den Boxen und bieten wie der Vorgänger unprätentiösen, simplen, trockenen Rock mit deutschen Texten und schönen Melodien, der von einem leicht nasalen, fast monotonen Gesang überlagert wird, eine Mischung, die erstaunlich gut funktioniert und geschmeidig in die Gehörgänge fließt. Etwas aus der Reihe tanzt der letzte Song „Pinsel“, der mit für DIE HEKTISCHEN FLECKEN erstaunlich harten und lauten Gitarren aufwartet und den geneigten Hörer etwas unsanft aus der Tagträumerei reißt, in die einen das Album zuvor entführt hat, ganz so wie es einst die Nationalhymne zum Sendeschluss im TV tat. Die Älteren unter euch werden sich erinnern.