
Die fünf vorab veröffentlichten Singles der EEL MEN aus London zeigten die Band schon auf einem guten Weg, das nun veröffentlichte Debütalbum kann den guten Eindruck nur bestätigen. Das Quartett besinnt sich auf britische Songwriter-Tugenden, hat sich einen „Catalog of Cool“ erarbeitet und schafft als bestens eingespielte Powerpop-Combo den Spagat zwischen den Mod-Sixties und dem 77er-Pop-Punk. Das klingt nicht selten nach WIRE (in der „Chairs Missing“-Phase), aber auch kleinere Bands wie die FLYS, LEYTON BUZZARDS, THE BANNED oder die gerne übersehenen ADVERTISING haben seinerzeit ähnliche Songs gespielt. Die Gitarren sind geschickt verwoben, es gibt spannende Arrangements und quirlige Melodiebögen und den EEL MEN ist zu jeder Minute anzumerken, dass sie für ihre Musik brennen. Eine Band, die zu einem eigenen Sound gefunden hat, songschreiberisch sehr talentiert ist und mit Leidenschaft, Authentizität und hörbarer Spielfreude agiert. Die zwölf knackigen Nummern kommen genau auf den Punkt, sind straff, aber effektiv arrangiert und mit Nonchalance und Augenwinkern (schon die Ironie des Albumtitels ist wunderbar!) in Szene gesetzt. Wäre schön, wenn sie dieses hohe Niveau halten oder sogar noch ausbauen könnten.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #169 August/September 2023 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Gereon Helmer