Foto

UNDERGROUND

Suehiro Maruo

Suehiro Maruos „Underground“ ist gespickt mit Shigeru Mizuki-Anspielungen. „GeGeGe no Kitaro“ ist immer wieder zu finden, in den feinstrichig detailgespickten Zeichnungen mit dem Rattenmann und diversen Yokai, in der Kitaro-Frisur des Hauptcharakters Migeru, sogar der Name Migeru selbst weist in diese Richtung. Dabei geht Suehiro Maruo genretechnisch mit Ero-guro (erotisch-groteskem Manga) eigentlich in eine völlig andere Richtung. Die Storyline: Ein von diversen Schicksalsschlägen gebeutelter junger Mann taumelt auf der Jagd nach seinem Traum, Mangazeichner zu werden, immer weiter in den Strudel des Wahnsinns. Maruo bedient sich hier zwar neben Kunst- und Kulturversatzstücken auch an diversen realen Ereignissen aus der japanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, eine konkrete zeitliche und räumliche Einordnung ist allerdings nicht möglich. Diese in Japan kulturell fest verankerte bizarre Mischung aus Erotik, Horror und unterschwelliger Gesellschaftskritik sprengt auch nach ausgiebiger Lektüre ähnlicher Werke jeglichen Erwartungshorizont des durchschnittlichen Westeuropäers.

Anzeige