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BLUTJUNGS

Süßes oder Saures

Sie kommen aus Aschaffenburg und von dort bringen sie ihren aufgekratzten, unverfälschten Humor mit. Das beginnt bei einem überragenden Promobrief und kulminiert in satten 15 Songs, die einfach mächtig Spaß bringen. Fun-Punk heißt dieses so viel kritisierte Genre, und es lebt nicht zuletzt durch diese Jungs prächtig weiter. Da scheinen ein bisschen SCHLIESSMUSKEL durch, ein bisschen EXTRABREIT und im Song „Halsschlagader“ kommt in der Erinnerung noch einmal der böse „Walter“ von WIZO aus der Kiste. „Halloween“ lässt zudem unweigerlich an die nicht mehr existierenden EASTSIDE BOYS denken. Ist die erste Hälfte der famosen Scheibe noch gut, geht es im zweiten Teil mit den eben auch erwähnten Liedern immer weiter in Richtung textlicher Genialität. Wer bei „Mützchen“, „Spar Wasser!“ und „Räterepublik“ nicht sein Zwerchfell tanzen spürt, der hilft auch alten Leuten über Zäune, über die sie gar nicht rüber wollen. Doch nur blödeln reicht bekanntlich nicht, in „Summersale“ wird der sexuelle Ausverkauf per Mausklick angeprangert, und da dürfen natürlich auch unschöne Redewendungen nicht fehlen. Seit 1996 treibt das Quartett musikalisch schon sein Spaßwesen, und es wird höchste Eisenbahn, sich an deren Lok anzuhängen.

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