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MELONBALL

Take Care

Erst haben AKNE KID JOE und MAFFAI Nürnberg auf die Punkrock-Landkarte gepackt, und jetzt stehen MELONBALL an der Rampe und scharren ungeduldig mit den Hufen. Mit ihrem zweiten Album „Take Care“ könnte das fränkisch-österreichische Quintett einen großen Schritt nach vorne machen. Gefunden haben sich Sängerin Oli, Gitarrist Basti und Bassist Jens 2018 beim Punk Rock Holiday in Slowenien. Zwischen Dosenbier und Zwei-Mann-Zelt haben die drei beschlossen, eine Band zu starten. „Das ist dort einfach der Schmelztiegel für diese Art von Punk, die wir machen“, sagt Oli. „Außerdem ist es ein großes Gathering von Freunden.“ Deshalb steht auch „Melonball“, der Signature-Drink des Festivals, Pate für den Bandnamen, ein quietschgrüner alkoholischer Cocktail, den alle Punks lieben. Ergänzt haben das Line-up noch der zweite Gitarrist Vik und Schlagzeuger Tommy aus Graz. Homebase der Band bleibt aber Nürnberg. Dort entsteht 2023 auch das Debütalbum „Breathe“. Veröffentlicht über das kanadische Label Thousand Islands und das britische Label Lock Jaw Records. Deshalb bekommt man die Scheibe nur bei Shows oder in Online-Shops. Das hat sich jetzt geändert. Der Nachfolger „Take Care“ kommt bei Rookie Records raus. Die Platte steht jetzt in allen Plattenläden, die Band wird in der Presse viel stärker wahrgenommen. Die Band spielt beim Ruhrpott Rodeo, beim Mission Ready oder Mighty Sounds, tourt mit THE IRON ROSES oder SATANIC SURFERS. Die Bühnen werden größer. „Take Care“ ist ein melodisches Punkrock-Album mit politischen Texten. Schnell, catchy, aber nicht glattgebügelt. Eingängige Hooks gehören genauso zum Handwerkszeug wie mehrstimmiger Gesang. Kaum Zeit zum Durchschnaufen. „Take Care“ liefert zwölf kurze, kompakte Songs, die auf der Demo genauso funktionieren wie am Baggersee. In manchen Momenten erinnert der Sound an Bands wie LAGWAGON oder BAD RELIGION oder er ist fast schon metallisch wie bei PROPAGANDHI. Besonders ist die starke Stimme von Sängerin Oli, die die Dringlichkeit und Wut der Texte kanalisiert. Es geht um die Kriminalisierung linker AktivistInnen, das Recht auf Selbstbestimmung, den Kampf gegen Schweigen und Passivität oder die Abrechnung mit rechter Ideologie. Auch abseits der Bühne engagiert sich die Band politisch. Sie beteiligen sich an Demos, sammeln Geld für linke Initiativen oder arbeiten an Kompilationen für gute Zwecke mit. Solidarität und Gleichberechtigung sind große Themen in der Band. Aufgenommen, gemischt und produziert wurde „Take Care“ von Gitarrist Viktor Knebel (TODESKOMMANDO ATOMSTURM, ANTIMANIFEST) in seinem Hertzklang Studio in Graz. Das Ergebnis kann locker mit High-Energy-Bands aus Kalifornien oder Florida mithalten. Genug Sonne gibt’s scheinbar auch in Nürnberg.

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