
Neil Young hat gerade mit seiner Begleitband THE CHROME HEARTS seine Europatournee hinter sich gebracht. Dank filmfreudiger Menschen konnte man auch ohne den Kauf überteuerter Konzertickets das komplette Geschehen aus der ersten Reihe miterleben. Sagen wir mal so, man hat schon feurigere Darbietungen der inzwischen 79-jährigen kanadischen Rockikone gesehen, der das Ganze aber immer noch würdevoll über die Bühne bringt. Parallel dazu erschien auch ein mit THE CHROME HEARTS aufgenommenes neues Studioalbum von Young, kurz nach der Veröffentlichung von „Coastal: The Soundtrack“, mit den Songs aus seinem gleichnamigen aktuellen Konzertfilm. Bei THE CHROME HEARTS handelt es sich um drei Mitglieder von PROMISE OF THE REAL, darunter Willie Nelsons Sohn Micah Nelson an der Gitarre, ergänzt um einen alten Mitstreiter Youngs in Gestalt von Keyboarder Spooner Oldham, der ihn schon 1978 auf „Comes A Time“ begleitete. Während Young auf der Bühne etwas wackelig wirkte, merkt man davon auf „Talkin To The Trees“ nichts, ein sehr souveränes, irgendwie typisches Young-Album und quasi eine Selbstzitat-Best-Of-Songsammlung, die aber hervorragend funktioniert, äußerst authentisch wirkt und alles abdeckt, was man von dem Mann hören will: traditionellen Country und Folk, noisige CRAZY HORSE-Gitarren und rohen Blues – von altersbedingten Abnutzungserscheinungen keine Spur.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Thomas Kerpen