
Wenn legendären Bands prägende Frontpersonen abhanden kommen – sei es durch Tod oder Verweigerungshaltung –, wird es meist schwierig, die Bandaktivitäten aufrechtzuerhalten. TANGERINE DREAM waren seit ihrer Gründung 1967 schon immer starken personellen Umbrüchen ausgesetzt, einzige Konstante blieb Edgar Froese, der 2015 verstarb. Dennoch war damit die Reise dieser extrem einflussreichen Pioniere im Bereich der elektronischen Musik nicht beendet, denn Froese hatte noch zu Lebzeiten als musikalischen Nachlassverwalter Thorsten Quaeschning eingesetzt, mit dem er seit 2005 bei TANGERINE DREAM zusammengearbeitet hatte – Sohn Jerome Froese war von 1990 bis 2006 bei TANGERINE DREAM aktiv. TANGERINE DREAM sind seitdem weiterhin live zu sehen, veröffentlichten im Gegensatz zu KRAFTWERK auch noch durchaus relevante neue Musik, teilweise basierend auf noch ungenutzten Froese-Kompostionen. Die aktuelle Relevanz und Zeitlosigkeit der Band unterstreicht auch dieser exzellente Live-Auftritt von 2022, aufgenommen in der Coventry Cathedral, unter anderem erhältlich als Dreifach-Vinyl-Edition. Dabei spielen sich Quaeschning, Hoshiko Yamane und Paul Frick vor allem durch die Virgin-Jahre der Band, wo ab 1974 wegweisende Alben wie „Phaedra“ oder „Rubycon“ erschienen. Ebenfalls berücksichtigt wurde die Filmmusik für William Friedkins „Lohn der Angst“-Remake „Atemlos vor Angst“ oder aktuellere Stücke der letzten Jahre wie „Raum“.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen
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