Eines muss man Damien Leone lassen, er ist ausdauernd. Denn nach seinem amateurhaften Slasher-Kurzfilm „Terrifier“ von 2011 und dem ähnlich substanzlosen Versuch, daraus 2016 einen abendfüllenden Horrorfilm zu machen, hätte sich ein Stephen King sicherlich nicht zu der Aussage „I have seen the future of horror“ hinreißen lassen. Offensichtlich war Leone von der Idee getrieben, aus Art the Clown, der bereits in seinem Kurzfilm „The 9th Circle“ auftauchte – „The 9th Circle“ und „Terrifier“ waren auch 2013 Teil des Episodenfilms „All Hallows’ Eve“ –, eine ähnlich ikonische Horrorfigur wie Freddy Krueger, Jason Voorhees oder Michael Myers zu schaffen. Zuletzt war das Wes Craven, ebenfalls Geburtshelfer von Freddy Krueger, in der „Scream“-Reihe gelungen, auch wenn hinter der dem Edvard-Munch-Gemälde „Der Schrei“ nachempfundenen Maske immer ein anderer Täter steckte. Eine Wikipedia-Seite zu Art the Clown existiert bereits und in den sozialen Medien liebt man den bizarren Horrorclown ebenfalls, der sich generell großen Publikumszuspruchs erfreut. 2022 entstand der über zweistündige „Terrifier 2“, 2024 gefolgt vom ähnlich epischen „Terrifier 3“, der hierzulande ungeschnitten im Kino lief, inzwischen erschien er ebenfalls ungekürzt SPIO/JK-geprüft auf DVD und Blu-ray. Zur Hochzeit des Video-Booms in den 1980ern wären die „Terrifier“-Filme aufgrund ihrer ungehemmten Gewaltdarstellungen klare § 131-Kandidaten gewesen, da sie bei ihrer exzessiven Zerstörung menschlicher Körper wirklich sämtliche Grenzen guten Geschmacks überschreiten und auch nicht vor Kindern zurückschrecken. Wie etwa auch bei Freddy hätte den Filmen eine ironische Brechung sicherlich gutgetan, zumindest hätte sich Leone um eine ernstzunehmendere Story bemühen können, denn so lässt einen dieses beeindruckend sinnlose und kranke Gemetzel reichlich sprachlos zurück.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Thomas Kerpen