
Die Welt ist klein: nur Monate, nachdem 1996 der EARTH-CRISIS-Ableger PATH OF RESISTANCE sein Debüt „Who Dares Wins“ bei Victory Records vorlegte, gründeten einige plant-based Hardcore-Kids zehn Flugstunden weiter südlich POINT OF NO RETURN. Eine Vegan-Straight-Edge-Band hatten sie mit SELF CONVICTION schon, diese sollte mehr Metalriffs und vor allem – wie PATH OF RESISTANCE – drei Sänger haben. POINT OF NO RETURN leben in São Paulo, und weil die Welt klein ist, geht es Bands in Brasilien nicht anders als überall: bereits Mitte der 2000er Jahre lösten PONR sich auf, wegen Jobs, Familie, dem Leben halt. Diese Songs hatten sie bereits geschrieben, aufgenommen wurden sie dann etappenweise über zwei Jahrzehnte. Metalcore mit Eco-Thematik funktioniert grundsätzlich weltweit ähnlich, diese „language of refusal“ ist so international wie das Adaptieren von SLAYER-Riffs. Bemerkenswert ist, wie die drei Sänger die Songs effektiv zwischen diversen Subgenres von Hardcore über Metalcore bis Grind hin und her zerren: „Metal“ meint hier nicht nur SLAYER, sondern auch NAPALM DEATH und ASSÜCK. Die Texte entstanden erst kürzlich, und weil Veganismus für POINT OF NO RETURN nur ein Aspekt ihrer Verweigerungshaltung ist, wird schnell deutlich, dass in den USA, in Europa und in Südamerika über das unselige Zusammenspiel von Kapitalismus und Faschismus dasselbe Lied gesungen werden muss.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #51 Juni/Juli/August 2003 und Fabian Dünkelmann
© by Fuze - Ausgabe #114 Oktober/November 2025 und Ingo Rieser
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Benjamin Korf