
Ganz ehrlich: Wer sich vor 25 Jahren für Rock und Metal begeisterte, kam an diesem Album einfach nicht vorbei. Auch meine Clique gehörte zu dem Personenkreis, der richtig angefixt war von dieser Band, die sogar von MANOWAR-Mastermind Joey DeMaio als „Zukunft des Metal“ geadelt wurde. Nun, das sollte sich später als etwas übertrieben erweisen, da DISTURBED nie den Rock- und Metal-Olymp zu erklimmen vermochten, wenngleich sie noch immer sehr erfolgreich unterwegs sind. Bei „The Sickness“ standen die Zeichen jedoch zunächst auf Sturm. Der gebotene Stil, der heute wohl am ehesten als Modern Metal bezeichnet würde, war damals wirklich eine erfrischende Alternative zur langsam abebbenden und mitunter wirklich langweiligen New Metal-Welle, auch wenn wir in DISTURBED aus der Not heraus als Teil davon sahen. Hier war eine Band am Werk, die mit Leichtigkeit höllische Grooves, schwermetallische Wucht und die ganz großen Melodien und Refrains zu bieten vermochte, ohne die Gitarren bis in den Keller herunterzustimmen und ins Mikro zu schluchzen. Logisch, dass hier im örtlichen Metal-Tanzschuppen zu Brechern wie „Voices“, „Stupify“ und ganz besonders „Down with the sickness“ stets richtig steil gegangen wurde. Die damals erschienen Version des Albums war schon großzügig mit Extras in Form von Bonus- und Live-Tracks bestückt. Nun erscheint das Album erneut mit einer Bonus-CD mit sieben bisher unveröffentlichten Demos, sowie vier weiteren raren Tracks, die für Komplettisten sicher von Bedeutung sein dürften. Eine nettere Verpackung als dieses labberige Digischuber-Ding hätte es gerne sein dürfen, aber davon abgesehen ist das hier ein lohnenswerter Release.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Jens Kirsch