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VENAMORIS

To Cross Or To Burn

Es wäre wohl ziemlich naiv anzunehmen, dass alles, woran Dave Lombardo beteiligt ist, irgendwas mit SLAYER zu tun hätte, auch wenn Bands wie FANTÔMAS oder DEAD CROSS in Sachen musikalischer Extremsport gewisse Parallelen aufweisen. Etwas völlig anderes bot dann kürzlich Lombardos experimentelles Schlagzeug-Solo-Album „Rites Of Percussion“, ebenfalls bei Ipecac veröffentlicht, ebenso wie VENAMORIS, sein Projekt zusammen mit Gattin Paula Lombardo. Die beiden hatten bereits 2023 ein ähnlich gestricktes Album namens „Drown In Emotion“ auf Three One G veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht dabei klar Paula Lombardos sehr ansprechender und durchaus souliger Gesang. Bei Discogs bietet man dafür die Kategorie Dark Jazz an, ich persönlich würde es eher Dreampop nennen, aufgrund der durchweg sehr melodischen ätherischen Texturen und Stimmungen, bei denen sich die rockigeren Anteile in Grenzen halten (bei zwei Stücken ist TESTAMENT-Gitarrist Alex Skolnick zu hören) und eine geschmackvolle und atmosphärische Mischung aus Elektro- und Kammerpop dominiert. Für Mike Pattons Label Ipecac und angesichts von Lombardos Wirken bei SLAYER sind VENAMORIS schon eine erstaunlich unterkomplexe und massenkompatible Angelegenheit, aber auch keine banale Wohlfühlmusik, denn der generelle Vibe ist dunkel und dramatisch, also eher Film noir als Romcom. Ein wenig aus dem Rahmen fällt dabei die Coverversion des SCORPIONS-Songs „Animal magnetism“, die mit einem richtigen Metal-Solo von Gary Holt (EXODUS) aufwartet.

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