
Die aus Lausanne in der Schweiz stammenden TORPEDO formierten sich 2016 zunächst als Duo, bestehend aus Carole Obère (voc, gt) und Jérôme Diserens (bs, key). 2018 entstand das Debütalbum „Sphynx“ und wurde 2019 veröffentlicht. Anfang 2020 wurde das neue Album in Angriff genommen, das 2022 unter dem Titel „Orpheo_ Nebula“ erschien. Mit „What The Fucked Do We All Do Now?“ ist nun der zweite Longplayer erschienen, und wie die Band selbst schreibt, gibt es „noise rock mixed with psychedelic, industrial, post-punk & punk_poetry“. Und an anderer Stelle fanden sich als „mission statement“ die Worte „Noise as protest. Sound as survival.“ TORPEDO erinnern mich an eine moderne Interpretation von CRASS, musikalisch verglich ich sie bei „Orpheo_ Nebula“ mit SWANS und SONIC YOUTH, es ist eine dystopische Achterbahnfahrt, enorm intensiv und doch „hörbar“, weil eben nicht ins Konzeptionelle aufgelöst. Mindestens so intensiv ist bei TORPEDO der Inhalt: Ihre Musik ist der Soundtrack zum Untergang unserer Welt. Oder besser: die Vertonung des Schmerzes und der Wut, die empfunden werden ob der Zerstörungen und Verheerungen, die das Anthropozän verursacht. Dem Album liegen zwei Booklets bei, im einen gibt es die Niederschrift (auf Französisch und Englisch) eines Radiofeatures über die Zerstörung der Biosphäre, der Ausrottung von Arten, unter anderem von Insekten. Brachiale Fakten. Im anderen Booklet, teils von Hand um weitere Zettelchen mit Anmerkungen ergänzt, finden sich Texte und Skizzen dazu. Sehr komplex, um das alles zu lesen, muss man das Album mindestens dreimal hören. Keine aufbauende Erfahrung ... aber eine aufrüttelnde. Mehr zur Band und zu den Inhalten gibt es auf der aufwändig gestalteten Website: trpdo.ch
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #59 April/Mai 2005 und Manuel Möglich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #76 Februar/März 2008 und Kevin Goonewardena
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #164 Oktober/November 2022 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller