
Von „Affensaft“ zu WALFANG – ist das eine Steigerung ...? Die Band wurde 2011 in Sint-Niklaas, Belgien unter dem Namen MONKEY JUICE gegründet und 2020 in WALFANG umbenannt. Sagen wir mal so, so mancher aus englischen Wörtern gebildete Name deutscher Bands ist auch ziemlich sinnfrei. Also: WALFANG. Die haben mit ihrem Albumtitel ein Grundprinzip der Aufregungskultur der (a)sozialen Medien auf den Punkt gebracht: Menschen mit kurzer Lunte zielsicher auf die Palme zu bringen. „Noise-Grunge“ und Sludge Metal sind zwei die Musik beschreibende Begriffe, mit denen hier hantiert wird, aber die greifen zu kurz: WALFANG sind eine sehr dynamische, druckvolle Band, die gleichzeitig auch noch eine gute Ladung Melodien einbringt, siehe das famose „Japanese emperor“, das mich an eine intensive Mischung aus KILLING JOKE Ende der 1980er und NEUROSIS Ende der 1990er erinnert. Das ist technisch aufgerüstete Rockmusik mit Gespür für Ecken und Kanten und noisige Eigenwilligkeit, gesanglich rauh und eher hallig im Hintergrund – und vor allem unterlässt man es „herumzuproggen“. Wenn ich mittlerweile irgendwo auch nur „Prog“ lese, bin ich schon zur Tür raus und um die Ecke ... Macht neun Songs in transparenter Produktion und gemischt von Magnus Lindberg (CULT OF LUNA) – eine gute und sicher nicht zufällige Wahl der Band.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Joachim Hiller