Anfang des Jahres hatte Pete Astor ein neues Album mit seiner ersten Band THE LOFT aufgenommen, die Mitte der 1980er Jahre zu den frühen Acts des stilbildenden Labels Creation Records gehörte. Die hatte aber nur einige Singles veröffentlichte, bevor Astor dann THE WEATHER PROPHETS gründete. Auch „Unsent Letters“, seine neue Veröffentlichung unter eigenem Namen, ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, versammeln sich darauf doch 16 Demos aus den Jahren 1984 bis 2024, die nie für irgendeine Platte verwendet wurden und bis in die Zeit von THE LOFT zurückreichen. Dementsprechend ist die Aufnahmequalität und die Umsetzung recht unterschiedlich, mal etwas lofi und spartanisch, aber auch mal nicht weit entfernt von finalen Studioaufnahmen. „Unsent Letters“ ist natürlich vor allem an Astor-Fans adressiert, wobei sich aber auch ein interessanter Querschnitt des bisherigen Schaffens dieses großartigen britischen Songwriters ergibt, zumal es sich hier auch nicht um eine dieser überflüssigen Veröffentlichungen mit angestaubten, teils unhörbaren Demos von inzwischen anerkannten Bands handelt. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte „Unsent Letters“ trotz gewisser Qualitätsschwankungen auch als neues Astor-Album durchgehen, was ich unter dem Strich deutlich spannender finde als die aktuelle Wiederbelebung von THE LOFT.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #136 Februar/März 2018 und Thomas Kerpen
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