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SEIMS

V

Es dauert beim Vorgänger „Four“ eine Weile, bis man erkennt, dass die neoklassischen Einschübe bei SEIMS niemals nur Fassade sind, sondern eines von vielen Kernelementen. Der Antrieb, der die Musik in Gang bringt, muss weiterhin dem Mathrock zugeordnet werden. Hin und wieder gleitet die Musik sogar in die Virtuosität des Progressive Rock. „Hirnzentrierte Rockmusik“ hat das der geschätzte Ox-Kollege Simon Nagy genannt, als er 2021 „Four“ in den Blick genommen hat. Häufig kann man bei Mathrock einen schmalen Grat wahrnehmen: Die instrumentale Präzision führt dazu, dass die perfekt inszenierte Extravaganz einen nicht in Staunen versetzt, sondern fast komödiantisch wirkt. Umso bedeutender sind die positiven Beispiele: Mathrock-Bands wie SEIMS, die ihr Können dem Genre-Unüblichen andienen, damit die Instrumentalakrobatik nicht ins Selbstverliebt-Progressive abdriftet. Genau dann sind Viola, Trompete, Cello und Geige zur Stelle und heben die Komposition in neoklassische Höhen.

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