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VEGAS

Pure

Wenn man als Band abseits aller Vermarktungs-, Tour- und Release-Zyklen einen Masterplan im Kopf hat, was Sound, Artwork und das Gesamtkonzept angeht, kann man einsam und unbeirrt seine Kreise ziehen. Wenn eine Platte fertig ist, ist sie fertig: keine Verpflichtungen, kein Termindruck, weil irgendwas dringend vor der nächsten Tour gemacht werden muss. Die Band existiert einzig und alleine um der Kreativität wegen. Ich schätze solche Bands, weil sie das machen können, was sie wollen, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten und Erwartungshaltungen. Im VEGAS-Kosmos besuchen wir hier die Planeten des Hardcore-Sonnensystems mit flüssigem Metall in der Atmosphäre. Lebensfeindliche Planeten, die dir bei einer Unachtsamkeit sofort den Hahn zudrehen. Brachialer Sound, garniert mit vielen kleinen Extrazutaten, der auch noch verdammt gut temperiert klingt. Der Gesang ist weiterhin verzerrt, was der Brutalität noch mehr Nachdruck verleiht, und wird bei einigen Stücken wie ein Instrument eingesetzt. Geschichtet, überlagert, aus gut präparierter Kehle intoniert, ist das schon sehr groß. Ganz nebenbei verneigt man sich in Ehrfurcht vor den DICKS und GANG GREEN, deren Songs ein Upgrade erhalten. Eine Band wie INTEGRITY wäre wahrscheinlich froh, wenn sie heute noch so eine Scheibe abliefern würde. Großartig!

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