
VERRAT aus Wien melden sich zurück. Das ist gut, denn seit TRAGEDY abgetaucht sind, tut sich nicht mehr viel in Sachen Emo-Crust. Und VERRAT setzen ihren Weg auf dem dritten Album unbeirrt fort und knüppeln sich durch zehn feine Crust-Songs, aber eben ohne die Melodien zu vergessen, die tief im Hintergrund oft vom Bass kommen. Ein guter Schlagwerker solch einer Band muss beide Beats können, also neben D-Beat noch Blastbeat, doch den nutzt das Quartett nur sparsam und effektiv. Damit es nicht eintönig wird, wird man ab Mitte des Albums unerwartet von dem einen oder anderen Gitarrensolo überfallen, kurz und schmerzlos, da ist es aber auch schon vorbei. Durchgehend und schmucklos ist der kraftvoll heiser gebrüllte Gesang, der mich etwas an die ähnlich gearteten AUDIOKOLLAPS erinnert. Seht passend dazu der zweite tiefe Growler, der eine perfekte Ergänzung darstellt, um die meist deutschen Texte zu transportieren, die eindeutig und klar antifaschistisch sind. Und wenn VERRAT nicht direkt auf das Nazivolk losgehen, setzen sie sich mit anderen finsteren Dingen wie Depressionen, Klimawandel, Krieg und Drogenmissbrauch auseinander. Macht in der Summe wieder ein großartiges Emo-Crust-Album, aber ich frage mich immer wieder, ob das Ende von „Verrat“ nicht von IRON MAIDEN geliehen wurde?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Ollie Fröhlich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #165 Dezember 2022 /Januar 2023 2022 und Ollie Fröhlich