
Ein Sprachsample von Günter Brus, einem Vertreter des Wiener Aktionismus, eröffnet das Album „Vexata Quaestio“. Brus trägt leiernd Charles Baudelaires „Die Litanei des Satans“ vor und wenn der eigentümliche Schrei-Avantgarde-Metal von EXTREMA RATIO in exaltierter Form hineingrätscht, schwirrt der monoton vorgetragene Ohrwurm „Satan, erbarm’ dich meiner“ zusätzlich durch das Getöse. Die vier Italiener rufen eine artifizielle, Musik gewordene Revolution aus, kommunistisch fundiert und theoretisch geschult. Im Artwork des Debüts „A Dangerous Method“ befindet sich eine Kampfschrift, die das kompromisslose Selbstverständnis des Vierers ausleuchtet und ihnen viele kreative Verpflichtungen aufbürdet und mit den Worten endet, dass EXTREMA RATIO nicht Plagiat, sondern Revolution sein werden. Nur Bands, die eine derartig enthemmte und verkrampfte Sicht auf die eigene Kunst haben, machen solch maßlos übertriebene Musik.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #157 August/September 2021 und Henrik Beeke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Henrik Beeke