
Bei Discogs heißt es zur Band VONO der Berliner Brüder Norbert und Volker Schultze: „German NDW ,electronic dance music‘ duo from Berlin, kind of KRAFTWERK inspired, but more like THE HUMAN LEAGUE in German.“ So kann man es natürlich auch ausdrücken. Bereits 2017 wurde das erste VONO-Album „Dinner für 2“ bei Bureau B wiederveröffentlicht, ursprünglich ist es 1982 bei Sky erschienen, dem Label von Brain-Gründer Günter Körber, der damit ab 1975 Brain als wichtiges Veröffentlichungsportal für Krautrock Konkurrenz machte. VONO stellten dabei eine Form musikalischer Neuorientierung dar, denn deren Sound schien sich eher an den kommerzielleren Vertretern der Neue Deutsche Welle zu orientieren, die sich allerdings 1983 und 1984 bereits im Niedergang befand. Wirkliche Hits sucht man auf „Dinner für 2“ vergeblich, da sich VONO eher für die experimentelleren Momente von DAF interessierten, plus die schon angesprochenen Einflüsse durch THE HUMAN LEAGUE-Frühwerke wie „Travelogue“ und „Reproduction“ und KRAFTWERK. Mit ziemlich großem zeitlichen Abstand erschien jetzt auch das zweite VONO-Album „Modern leben“ von 1983 bei Bureau B, das immer noch angenehm sperrig und kantig ist, aber eingängigere, rockigere und post-punkige Songs besitzt, die aufgrund sphärischer Synthie-Sounds eine gewisse RHEINGOLD-Melodiösität aufweisen, mit Gesang in DEVO- und DAF-Manier. Sicherlich erkennt man bei VONO bekannte Versatzstücke jeder Menge anderer Bands dieser Ära deutlich wieder, aber die Brüder Schultze erweisen sich dabei als geschickte Arrangeure, was „Modern leben“ ebenso wie „Dinner für 2“ zu unterschätzten Platten der frühen 1980er Jahre macht. Und auch das finale dritte VONO-Album „It’s Time“ von 1986 hätte eine Wiederveröffentlichung verdient.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #135 Dezember/Januar 2017 und Thomas Kerpen
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