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ANDREAS DORAU

Wien

Im Januar 2024 feierte Andreas Dorau seinen 60. Geburtstag, ein neues Album namens „Im Gebüsch“ erschien ebenfalls, bei dem sich sein Alter aber nicht wirklich manifestierte und der Pennäler-Charme des Hamburger Pfarrerssohns erhalten blieb. Seinem Album „Das Wesentliche“ von 2019 hatte gutgetan, dass er sich dabei von Carsten Friedrichs und Tapete-Boss Gunther Buskies (beide auch bei DIE LIGA DER GEWÖHNLICHEN GENTLEMEN) unterstützen ließ, wodurch Elektro- und Clubbsounds weniger dominant waren, was bei „Im Gebüsch“ wieder mehr in Richtung modernisierter Synthpop mit Techno-Anklängen ging. An „Wien“ waren Friedrichs und Buskies wieder stärker beteiligt, was den Northern-Soul-Anteil erhöht hat, gleichzeitig knüpft Dorau auch ein wenig an seinen verspielteren früheren NDW-Synthpop aus Ata Tak-Zeiten an. Thematisch hat es ihn diesmal nach Wien verschlagen, das er als Tourist porträtiert – die Ferien des Monsieur Dorau in musikalischer Form. Aber selbst wenn man Doraus gewähltem Thema nicht allzu viel abgewinnen kann, ist seine smart arrangierte, mal nachdenkliche, mal dadaistische gestaltete Popmusik wie gewohnt sehr doppelbödig und humorvoll. Schön auch, dass er uns dabei an Wolfgang von Kempelen und seinen Sprechapparat von 1791 erinnert, eine frühe Form von künstlicher Intelligenz.

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