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JAYHAWKS

XOXO

Seit Mitte der Achtziger sind die aus Minneapolis stammenden THE JAYHAWKS bereits aktiv und damit echte Veteranen des Alternative-Country-Bereichs, denn als ihr selbstbetiteltes Debüt 1986 erschien, lag die eigentliche Geburtsstunde dieses Genre-Begriffs noch einige Jahre entfernt. Natürlich gab es schon vorher Bands wie GREEN ON RED, GIANT SAND oder R.E.M., die Americana-Elemente in ihre Musik integrierten. Für mich klangen die JAYHAWKS aber immer etwas zu lasch und konventionell, um wirklich begeistern zu können, es fehlte die rockige Bissigkeit der oben genannten Bands. Traditionalisten sind THE JAYHAWKS nach einigen „Ups and Downs“ immer geblieben, aber schlechtere Songwriter sind sie über die Jahre sicher nicht geworden, was sie 2016 eindrucksvoll unter Beweis stellten mit ihrem von Peter Buck (früher bei R.E.M.) koproduzierten Album „Paging Mr. Proust“, das geprägt war von großem Spielwitz und smarten Arrangements. 2018 erschien mit „Back Roads And Abandoned Motels“ ein nicht ganz reguläres THE JAYHAWKS-Album, das Songs enthielt, die Frontmann Gary Louris ursprünglich für andere Künstler geschrieben hatte. Insofern ist erst „XOXO“ jetzt ein „echtes“ neues THE JAYHAWKS-Album. Auch weiterhin gehören THE JAYHAWKS nicht zu den rockigeren Vertretern des Alternative Country, dafür ist die Band songwriterisch extrem gereift und verbindet auf extrem hohen Niveau und wunderbar emotional Americana mit British Invasion (man darf durchaus die BEATLES nennen) und Powerpop. „XOXO“ ist wirklich alles andere als öde Singer/Songwriter-Altherrenmusik und unoriginelles Wiederkäuen amerikanischer Traditionsmusik.