
„There are years that ask questions, and years that answer“, schrieb Zora Neale Hurston, Autorin der intellektuellen und kulturellen afroamerikanischen Bewegung Harlem Renaissance. Ihr Gedankengut hat die weitgehend instrumentale Musik inspiriert und das Album regt dazu an, sich Hurstons Schriften im Jahr 2026 neu zu widmen. Der Abstand zu Metal war für BRUECKEN noch nie so gering wie auf „Years That Answer“. Aber um Schwung und Dynamik zu erzeugen, ist es nicht ausreichend, ab und zu das Bassdrum-Pedal durchzudrücken und ansonsten gegenüber dem Vorgänger „Innere Unruhen“ keinerlei Entwicklung zu zeigen. Es gelingen den fünf Oldenburgern wie erwartet deutlich mehr als nur gelegentliche Verlagerungen von Post-Rock in den Post-Metal. Am weitesten heben sich BRUECKEN im Closer von allen Post-Rock-Konventionen ab. Sie erweitern ihr Soundspektrum in „Signs of spring“ um einen kraftvollen Choral. Diesen stellen sie dem Stück zur Seite, das aufgrund seines hervorragenden Arrangements langsam den Boden unter den Füßen zu verlieren droht, um ein Mut machendes Statement zu platzieren: „Raise your voice / This is not a given paradise / But we can shape it more alike.“
© by Fuze - Ausgabe #67 Dezember/Januar 2017 und Britt Meißner
© by Fuze - Ausgabe #95 August/September 2022 und Anton Kostudis
© by Fuze - Ausgabe #96 Oktober/November 2022 und Anton Kostudis
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #162 Juni/Juli 2022 und Henrik Beeke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Henrik Beeke