Interviews & Artikel : LOIKAEMIE :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

LOIKAEMIE

Wider die Erwartungshaltung

Am 02.11.2007 war es soweit: LOIKAEMIE brachten ihr neues Album heraus. Für manche sicherlich kein Grund zur Freude und Begeisterung, da LOIKAEMIE etwas zu sagen haben, was manche nicht hören wollen, aber für viele das Ende einer fünfjährigen Wartezeit, die nur durch die Live-DVD zum zehnjährigen Geburtstag unterbrochen wurde. Was in den letzten Jahren passiert ist und was die Jungs zur neuen Platte zu sagen haben, darüber sprach ich mit der Band vor einem ihrer Konzerte.


Sprechen wir über die neue Platte: Was sofort auffällt, sind der fehlende Titel und die beiden Coversongs "MfG" und "You shook me all night long". Hattet ihr keine Ideen mehr - was ich nicht glaube - oder warum betitelt die Platte sich selbst?

Die Platte hat deshalb keinen Namen, weil sie keinen braucht. Als die Aufnahmen fertig waren, gefielen sie uns so gut, dass wir davon überzeugt waren, dass die Lieder für sich, und somit auch für uns sprechen konnten. Wozu also ein Titel? Wem das einfallslos erscheint, der hat Pech gehabt. Wir jedenfalls glauben, dass diese Platte auch ohne auskommt. Was die Coversongs betrifft: bei "MfG" waren die Reaktionen größtenteils erst mal Unverständnis, manche kannten noch nicht einmal das Original. Die Frage ist, warum covert eine Punkrock-Band einen HipHop-Song? Die Antwort ist, weil das ein geiler Song ist und eine geile Textidee, und wir keine Band sind, die nur Lieder nachspielt, sondern wir machen es des Coverns wegen, etwas - fast - Eigenes, sozusagen. Tja, beim ersten Hören gab es bestimmt einige, die nicht sofort begeistert waren. Vieles ist anders oder sogar neu und es ist trotzdem ein LOIKAEMIE-Album geworden, das uns sehr gut gefällt. Erwartungen werden hier nicht erfüllt und so sind auch die Reaktionen. Entweder total geil oder total scheiße.

Warum habt ihr so viele "Feindbilder", gibt es auch jemanden, den ihr mögt? Und wie soll man Lieder wie "Das ist kein Leben" verstehen?

Es geht nicht darum, wen oder was wir mögen oder nicht. In unseren Texten geht es um unsere Sicht auf das Leben, wie auch in diesem Song. Keiner von uns hat Lust irgendwann festzustellen, dass man ein Leben gelebt hat, ohne gelebt zu haben. Der Song soll sagen: Raus aus dem Alltagstrott und rein ins Leben. Selbst wenn man allein ist, kann man für sich selbst ein besseres Leben haben, indem man das macht, was man selbst will, und nicht das, was alle machen.

In "Andere Wege" lautet eine Textzeile: "LOIKAEMIE werden immer andere Wege gehen". Was meint ihr damit und wieso heißt euer Weg trotzdem Oi!? Seid ihr immer noch eine Oi!-Band oder wie definiert ihr euch selbst?

Der Text geht noch weiter: " ... nicht den von den anderen und auch nicht den von euch. Wir haben unseren eigenen Weg" - und soll genau das sagen, was es heißt. Erwartungen werden nicht erfüllt, weil wir unseren eigenen Weg haben. Sowohl textlich als auch musikalisch. Für uns ist es Punkrock, also auch Oi!. Die Traditionalisten werden etwas zu meckern haben, und die, die "modernen" Punkrock erwarten, im Sinne von einem bunten musikalische Mix aus allem, was gerade "in" ist und einfach nur schön klingt, werden auch enttäuscht sein. Auf der Platte hört man das, was uns gefällt. Egal, wie man es nennen will. Natürlich ist es für uns das, was wir schon immer getan haben. Wir sind eine Punkrock-Band. Da gibt es nichts zu definieren. Entweder es gefällt oder eben nicht.

Wieso singt ihr als Oi!-Band über Religion? Was ist der Hintergrund dieses Textes?

Uns stört die Selbstverständlichkeit, mit der die Leute völlig unreflektiert glauben, sie wurden von Gott erschaffen, genau wie die Erde und alles andere. Sie glauben an die Auferstehung und die Zerstörung allen Übels durch ihren Messias und denken ernsthaft, sie wären die besseren Menschen, weil sie an etwas glauben, was nicht greifbar und somit für sie unfassbar ist. Das ist Schwachsinn und lächerlich. Man kann an etwas glauben und Halt suchen, ohne sich über andere zu stellen und ohne die Darwin'sche Lehre zu ignorieren.

Und ihr habt schon wieder ein neues Line-up. Dass Micha, als Originalmitglied, nicht mehr dabei ist, dürfte jedem aufgefallen sein. Wie kommt ihr damit zurecht und wie sieht es mit der Zukunft aus? Sucht ihr euch wieder einen vierten Mann?

Dass Micha nicht mehr dabei ist, ist zwar schade, aber für LOIKAEMIE nicht weiter tragisch. Wir haben uns getrennt, weil Micha einfach nicht mehr die Zeit hatte, alles unter einen Hut zu bringen. Wir haben uns im Guten getrennt und Micha ist quasi immer noch dabei, bloß ohne mitzuspielen. Unser großes Glück war, dass Paul eigentlich Schlagzeuger ist und wir die Besetzung einfach nur drehen mussten. So konnte es weitergehen, ohne dass wir die Platte immer weiter vor uns herschieben mussten. Wir werden zu dritt weitermachen, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass das die beste Konstellation für uns ist.

Als ich "Trinkfestigkeit" das erste Mal gehört habe, dachte ich: ein geiles Sauflied, das wird man bestimmt noch häufiger hören. Aber je öfter ich es höre, desto mehr habe ich auch das Gefühl, dass das Lied auch einen ernsteren Hintergrund hat. Stimmt das?

Das war nicht wirklich beabsichtigt, man kann es aber so sehen. Zu feiern, auch tagelang, ist die eine Seite. Bedenklich wird es, wenn man alltäglich so unterwegs ist und nix auf die Reihe bekommt. Wer möchte, darf gern den erhobenen Zeigefinger darin sehen, für uns ist es ein Erlebnisbericht.

Etwas außergewöhnlich für euch ist auch der Song "Für immer".

Ja es ist ein ungewöhnliches Lied für uns, zumal viele uns andere Sachen zutrauen, wenn es um das Thema Frauen geht. Da sieht man wieder, dass wir voller Überraschungen stecken. Es ist ein sehr persönlicher Text, entstanden vor dem Hintergrund, dass Thomas geheiratet hat.

Da ihr auch im Ausland sehr erfolgreich seid, interessiert mich, wie man dort auf euch reagiert. Was wissen die Leute im Ausland über euch, zumal ihr größtenteils auf Deutsch singt, und worin unterscheiden sie sich von den deutschen Fans?

Die Tour wird es im Februar geben. Wir fahren nach Spanien, Frankreich, Italien, in die Schweiz und nach Österreich. Wir haben auch Anfragen aus Osteuropa, aber da unser Jahresurlaub dafür draufgeht, bleibt nicht die Zeit, um überall zu spielen. Der Unterschied zu Deutschland ist, dass im Ausland das ganze Gelaber innerhalb der Szene wegfällt. Wir meinen nicht nur uns gegenüber, sondern im Allgemeinen. Die Leute in Spanien oder Frankreich haben andere Probleme, als sich damit zu beschäftigen. Für sie ist wichtig zu wissen, wer wir sind und wo wir stehen. Die deutsche Sprache stört dabei nicht, was zählt ist, dass man die Band gut findet und dazu abgehen kann. Ein anderer Unterschied ist, dass man uns im Ausland als eine sehr politische Band wahrnimmt. Das hat zur Folge, das die Leute, die zu unseren Konzerten kommen, auch hinter uns stehen. In Deutschland ist man in dieser Beziehung zu sehr gespalten und legt mehr Wert darauf, sich über andere das Maul zu zerreißen, als selber mal den Arsch hoch zu bekommen.

Bestimmt die Band inzwischen eigentlich euer Leben oder geht ihr noch arbeiten? Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Die Band macht schon einen großen Teil unseres Lebens aus - und trotzdem müssen wir alle arbeiten gehen. Doch es macht Spaß und nur das zählt. Solange das so ist, machen wir weiter und bringen weiterhin Platten heraus.


Mr. Atomic

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #75 (Dezember 2007/Januar 2008)

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