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Interviews & Artikel

MELVINS

Captain Beefheart Heavy Metal

"The band that wouldn't die" hätte die Überschrift zu diesem Interview auch lauten können. 1982 gründete Buzz Osborne mit seinen Highschoolfreunden Matt Lukin (Bass) und Mike Dillard (Drums) in Montesano, Washington die MELVINS, und angeblich waren BLACK FLAG und BLACK SABBATH seinerzeit gleichermaßen wichtige Einflüsse. 1984 kam Dale Crover dazu, der bis heute neben Buzz die Konstante im MELVINS-Line-up darstellt. Bassisten kamen und gingen, der Sound veränderte sich über die Jahre aber nur minimal, bis 2006 dann Jared Warren und Coady Willis von BIG BUSINESS an das MELVINS-Mutterschiff andockten, das seitdem von gleich zwei Drummern vorangetrieben wird. Erstmals zu hören war dieses neue Line-up auf dem 2006er Album "(A) Senile Animal", und fortgeführt wird sie auf "Nude With Boots", dem im Juli 2008 erschienenen neuen Album, auf dem Buzz & Co. so frisch, laut und extrem klingen, dass nicht für einen Moment der Eindruck entsteht, man habe es hier mit einer Band zu tun, die den Zenit ihrer Kreativität bereits überschritten hat. Hier nun die Niederschrift meines Gesprächs mit Buzz Osborne, geführt um 7 Uhr 30 Ortszeit.


Buzz, bist du immer so früh am Start?

Ja, ich stehe schon seit mindestens zehn Jahren so früh auf. Aber ich habe mit den Klischees eines Musiker-Lebensstils nicht zu tun, ich bin da wohl das genaue Gegenteil. Abgesehen davon liegt die Presse bei so was immer falsch, haha.

Ach ja? Was ist denn die nervigste Fehlannahme bezüglich der MELVINS?

Dass wir langsam spielen. Denn das ist völlig falsch, dennoch bekommen wir es ständig zu hören. Als ob wir eine eindimensionale Freakband wären.

Und du denkst, es gibt wirklich keinen Grund für dieses Vorurteil?

Nun, wir spielen zwar auch langsam, aber das ist nur eine Facette unseres musikalischen Tuns. Es ist einfach seltsam - es kommen sogar Leute auf uns zu, die behaupten, die neue Platte sei mehr "up-tempo" als die davor. Meine Antwortet lautet dann nur "Äh, hast du denn wirklich vorher schon mal was von uns gehört?"

Wenn ihr bandintern über die MELVINS redet, verwendet ihr da auch mal Kategorien wie "Ja, das war damals, in unserer langsamen Phase" oder so?

Hm, so konkret nicht, aber ich beschreibe unsere Musik gerne mal mit "Captain Beefheart Heavy Metal". Ansonsten habe ich keine Ahnung, was wir eigentlich machen. Wenn man selbst in einer Sache drinsteckt, sind Veränderungen für einen selbst nicht so offensichtlich. Wir machen halt unser Ding, und daran ist nichts vorher geplant. Ich mache einfach Musik, die ich mag, und das bedeutet auch Veränderung, denn ich will ja nicht immer wieder die gleiche Platte machen. Anderen Bands macht das nichts aus, mir schon.

Inwiefern beeinflusst die Musik, die du hörst, die Musik deiner Band?

Ich bin immer auf der Suche nach neuer, interessanter Musik, aber leider ist diese Suche nicht immer erfolgreich. Das war allerdings schon immer so, doch über die Jahre ist dann doch so einiges zusammengekommen, ich habe eine recht große Sammlung.

Und was hat dich in letzter Zeit begeistert?

DENGUE FEVER gefallen mir derzeit sehr. Die machen einfach interessante Rockmusik, aber was mir daran gefällt, kann ich nicht beschreiben. Meine Frau hat mich auf die gebracht.

Apropos: Neulich habe ich ein Interview mit deiner Frau Mackie gelesen, die seit Mitte der Neunziger für das Artwork der MELVINS-Releases verantwortlich ist, aber auch schon für unzählige andere Bands grafisch gearbeitet hat. Sie ist also ebenfalls sehr kreativ, doch interviewt wirst immer nur du.

Stimmt, aber ich weiß auch nicht, woran das liegt. Mackie arbeitet seit 1993 eng mit uns zusammen, sie macht einen großen Teil von dem aus, was wir machen. Und sie macht es leicht für uns, neue Projekte "inhouse" zu bewältigen.

Und wo ist ihr Einfluss erkennbar?

Ich kümmere mich um die musikalische Seite der Band, doch was die gesamte künstlerische Gestaltung anbelangt, vertrauen wir Mackie und ihrer Vision. Sie ist Gafikdesignerin, sie verfügt über die Mittel, eine Idee umzusetzen - alles, was sie macht, sieht besser aus als alles, was ich jemals hinbekommen würde. Aber wir können unsere Arbeit auch voneinander trennen: Ich mache die Band, sie hat ihre Arbeit und immer viel zu tun, weshalb sie auch nicht mit uns auf Tour geht. Wir sind jetzt seit 15 Jahren verheiratet, und so war das schon immer.

15 Jahre - das ist ganz schön lange, gerade auch für jemand, der sich im Rockmusik-Metier verdingt.

Das ist eine lange Zeit, egal in welchem Business du arbeitest, haha. Heute bleibt doch keiner lange verheiratet. Was das anbelangt, macht mich das wohl zu einem Konservativen. Aber ich glaube einfach an Verpflichtungen. Und was haben uns denn die Hippies gebracht? AIDS? Besten Dank. Ich habe an einem Punkt in meinem Leben einfach festgestellt, dass die Ehe genau das Richtige ist für mich, und ich bin gerne verheiratet, es ist großartig.

Du hast eben das Wort "Commitment" verwendet - das bedeutet nicht nur Verpflichtung, sondern auch Hingabe. Ist das also auch das richtige Wort, um dein Verhältnis zu den MELVINS zu beschreiben?

Es ist manchmal schwierig, aber ich habe schon immer auf meine Fähigkeit vertraut, interessante Musik machen zu können. Darüber habe ich mir eigentlich nie Sorgen gemacht, und sollte die Quelle meiner Kreativität mal trocken fallen, müsste ich mir eben einen Plan B einfallen lassen. Bislang sehe ich dafür aber keine Anzeichen. Ich denke auch, dass ich musikalisch eine Menge zu sagen habe, obwohl wir schon so viele Alben veröffentlicht haben - wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Mancher da draußen mag das anders sehen, aber wir unterhielten uns in der Band neulich noch darüber, dass es bei jedem Album Leute gibt, die total Furchtbares über das Album sagen, und andere, die nur Positives schreiben. Das ist sehr seltsam, ich glaube, das passiert nicht vielen Bands, und es gibt da draußen wohl echt Leute, die schon der bloße Gedanke dran, dass wir überhaupt existieren, sehr wütend macht. Dabei bin ich mir sicher: Wenn man denen unser neues Album als Album einer neuen, jungen Band vorlegen würde, die würden das abfeiern. So ein Verhalten konnte ich mir noch nie erklären, und ehrlich gesagt kam mir das Metier des Kritikers, ganz gleich, ob es sich um Musik, Kunst oder Filme handelt, schon immer als extrem seltsame Weise zur Sicherung seines Lebensunterhalts vor. So jemand lebt davon, dass er das kritisiert, was jemand anderes tut? Hm ... Lou Reed hat dazu mal gesagt "What sort of a person would want to be a critic?", und dem kann ich nur zustimmen. Was mich dazu führt, dass sowieso viel zu viele Menschen sich immer nur beklagen, anstatt einfach mal Antworten zu geben. Was soll's, ich bin mir sicher, dass das, was ich mache, das Richtige ist.

War das schon immer so?

Als wir damals unser erstes Album "Gluey Porch Treatments" veröffentlichten, hasste es jeder, der es hörte. Ich dagegen war mir sicher, dass es gut ist und wir auf dem richtigen Weg sind.

Was an eurer Musik schafft es so starke Emotionen -positiver wie negativer Art - hervorzurufen?

Wir haben keine Angst davor, Dinge zu tun, die keiner erwartet. Manche haben ein Problem damit, dass wir auch mal eher experimentelle Platten machen. Oder dass wir "Wegwerf"-Songs auf Alben nehmen, etwas, dass man über unsere eher ambienthaften Tracks geschrieben hat. Da kann ich aber nur antworten: Wer ernsthaft glaubt, wir würden "Wegwerf"-Songs veröffentlichen, der hat nicht die geringste Ahnung vom ganzen, großen Plan der MELVINS. Und wenn es einen großen Plan von Rockmusik geben sollte, dann doch der, dass jeder das Recht haben sollte, einfach mal etwas anderes zu machen. Und wenn einer schreibt, wir hätten ein geradliniges Rockalbum gemacht, dann bezweifle ich das - oder klingen wir wie die STONE TEMPLE PILOTS?

Du erwähntest eben eure Anfänge als obskure, verhasste Band, doch Mitte der Neunziger, mit "Houdini", "Stoner Witch" und "Stag", hattet ihr einen Deal mit dem Major Atlantic, wart ihr in der Mitte der Rockmusik angekommen, in den großen Musikmagazinen vertreten. Seitdem seid ihr mit jedem weiteren Alben wieder mehr in die Ecke der Liebhaber musikalischer Einzelgänger zurückgekehrt, nimmt die Mainstream-Welt kaum noch Notiz von euch.

Wir nahmen unser erstes Album 1986 auf, es dauerte dann sechs Jahre, bis wir unseren Majordeal unterschrieben, wir nahmen in der Zeit "Ozma", "Bullhead" und "Lysol" auf, und "Houdini" war nur der logische Schritt nach diesen vier Alben -wir waren einfach bereit, ein Album zu machen, das etwas anders klang als die davor. Der Majordeal hatte sich einfach so ergeben, war eine Gelegenheit, die sich uns sicher kein zweites Mal bieten wird, und wir sagten uns, wir sollten die Chance einfach nutzen. Außerdem gefiel mir der Gedanke, auf dem gleichen Label zu sein wie Aretha Franklin und die ROLLING STONES - da gehörten auch wir hin! Ich war von Anfang an erstaunt, dass die mehr als nur ein Album mit uns machen wollten, und als es sich abzeichnet, dass Atlantic nach dem dritten Album nicht mehr an uns interessiert sein würden, hatten wir "Honky" bereits im Kasten - und einen Deal mit Amphetamine Reptile. Als wir dann offiziell aus dem Majordeal raus waren, dauerte es nur noch eineinhalb Monate, bis das neue Album in den Läden stand. Mir war also klar, dass das Ende des Deals nicht das Ende der Band ist. Was nun die damalige Arbeitsweise im Vergleich zur heutigen anbelangt, so gibt es eigentlich keine Unterschiede: Atlantic haben uns nie gesagt, was wir zu tun haben, und das hört man auch - wir haben denen einfach das fertige Album hingelegt: fertig gemastert, mit dem kompletten Artwork. Unser Vertrag besagte, dass wir tun können, was wir wollen - das Label wusste nicht mal, wo wir aufnehmen. Die mussten die Platten, die wir aufnehmen, auf jeden Fall bezahlen, sie aber nicht veröffentlichen. Diese drei Alben für Atlantic klingen also genau so, wie wir sie wollten, es sind zu 100% MELVINS-Alben.

Und wie sieht euer heutiger Deal mit Ipecac aus?

Ganz genauso: Die bekommen ein fertig gemastertes Album mit Artwork. Die haben den gleichen Vertrag unterschrieben: Das Label kann uns zu gar nichts zwingen - die einzige Option für sie ist, das Album nicht zu veröffentlichen. Uns ist aber durchaus klar, dass das nicht die Regel ist - andere Bands haben sicher andere Verträge. Wenn die bei einem Major unterschreiben, tun sie letztlich alles, was die ihnen sagen, denn sie wollen ja große Stars werden. Ich hatte allerdings nie das Gefühl, dass das für uns eine Option ist - wir sehen halt nicht aus wie Leute, die Millionen von Platten verkaufen: Wir sind seltsame, hässliche, komisch aussehende Weirdos! Bei so was darf man sich keinen Illusionen hingeben, das Aussehen ist für den Erfolg elementar. Ich beachte zwar kaum, was im Fernsehen läuft, aber so was wie "American Idol" bekomme ich doch mit, und das ist der Beweis, dass man jeden, der halbwegs gut aussieht, mittels der Möglichkeiten des Fernsehens zum Star machen kann. Die ganze Hit-Industrie war eben schon immer ein Fake, an dieser Erkenntnis ist rein gar nichts neu. Doch wenn man sich dessen bewusst ist, dass das für deine eigene Band alles keine Optionen sind, ist der Weg frei, einfach das zu tun, was du willst, was du für richtig hältst.

Mit dem "(A) Senile Animal"-Album von 2006 begann die Kooperation von Dale Crover und dir als "Kern" der MELVINS mit Coady Willis und Jared Warren von BIG BUSINESS, die jetzt die andere Hälfte der MELVINS sind ...

Ja, das war wie bei "Invasion Of The Bodysnatchers", haha. Und es fühlt sich gut an. Nach dem Ärger mit Kevin Rutmanis, unserem letzten Bassisten, waren wir auf der Suche nach einer Lösung, waren auch ziemlich angepisst. Wir hatten damals ein paar gemeinsame Shows mit BIG BUSINESS gespielt, fanden sie gut, und anstatt einfach nur den Bassisten zu stehlen, nahmen wir sie einfach beide. Und seitdem haben wir eben zwei Drummer. Das war ein großer Schritt für uns, nicht viele Bands tun so was, und es war für uns eine Form von "Neuerfindung".

Was hat die neue Konstellation für die Band verändert, etwa in Sachen Songwriting oder Konzerte?

In gewissem Umfang haben die Beiden natürlich ein Mitspracherecht, aber sie haben auch Vertrauen in meine Fähigkeiten. Und: Der kreative Funke für alles, was wir tun, kommt fast immer von mir. Ich schreibe die Mehrzahl aller Songs, und dann fügen die anderen in der Band ihren "Fingerabdruck" hinzu. Aber es ist nicht so, dass ich sie absichtlich irgendwas nicht tun lasse. Wenn die anderen Songs schreiben wollen, können sie das tun - sie tun es aber nicht. Andererseits entstanden ja auch fast alle Songs, die wir live spielen, lange bevor die beiden zur Band stießen.

Wie viele andere Bands mit zwei Drummern fallen dir auf Anhieb ein? Mir nur die DIRTBOMBS.

Die BUTTHOLE SURFERS, die ALLMAN BROTHERS, und sonst keiner. Das Touren wird mit zwei Drumsets natürlich etwas komplizierter.

Im Sommer habt ihr auf der Party zu Jello Biafras 50. Geburtstag gespielt. Wie war's?

Dazu muss ich etwas ausholen: Wir haben ja zwei Alben mit Jello gemacht, und Jello selbst hat uns erst recht spät entdeckt, so vor sechs oder sieben Jahren. Davor mochte er uns einfach nicht. Letztlich hat er uns dann aber doch verstanden, und so kam es zu unserer Zusammenarbeit, wobei wir durchaus verschiedene Ansichten haben, aber jeder lässt den anderen eben sein Ding machen. Interessant an unserer Zusammenarbeit ist, dass viel von der Musik von ihm stammt. Viele Leute finden das schwer zu verstehen, denn er spielt ja kein Instrument, aber es ist so. So entstanden zwei gemeinsame Alben, wir spielten viele Shows zusammen, die immer Spaß machten, in der Kombination unserer gemeinsamen Songs und ein paar DEAD KENNEDYS-Songs. Ich habe die DEAD KENNEDYS seinerzeit ein paar Mal gesehen, und unsere Shows mit Jello kamen da sehr nah dran. Na ja, jedenfalls fragte uns Jello, ob wir auf seiner Party spielen wollen, und natürlich wollten wir. Die BIG BUSINESS-Jungs hatten aber keine Zeit, und so spielte Andy Coronado Bass, Dale Drums und Adam Jones von TOOL und ich Gitarre. Wir spielten ein paar von unseren Songs, ein paar DK-Songs, und dann spielte Jello auch noch mit seiner neuen Band AXIS OF MERRY EVILDOERS, das ist er mit Ralph von VICTIM'S FAMILY an der Gitarre und Billy Gould, früher der Bassist von FAITH NO MORE, sowie der Drummer von SHARKBAIT.

Was sind eure nächste Pläne?

Im Herbst kommen wir wieder nach Europa, und im Dezember sind wir zusammen mit Mike Patton Kurator des All Tomorrow's Parties-Festivals in England. Bevor wir also wieder ans Aufnehmen denken, spielen wir also erstmal ein paar Konzerte. Am Ende des Jahres werden es sicher über 80 Konzerte gewesen sein. Danach stehen wohl Japan und Australien auf dem Programm, und im Sommer 2009 eine richtig große Tour in den USA. Und ehrlich gesagt macht mir das Touren in den USA richtig Spaß, es ist so viel einfacher als sonst irgendwo auf der Welt, und es ist heute für uns viel einfacher als in den Achtzigern. Früher war das gerade in Deutschland für uns auch viel einfacher, da konnten wir ganz easy zwanzig Shows spielen. Heute, mit all den bescheuerten Steuerregelungen, ist das leider anders, da können wir uns das gar nicht mehr leisten. Ich frage mich wirklich, warum Regierungen solche Gesetze erlassen - die schaden nur Leuten, die doch gar nichts Schlimmes tun! In Nordamerika ist das aber auch nicht anders, da machen es die USA und Kanada Bands aus dem jeweils anderen Land beinahe unmöglich, da zu touren. Kleine Bands haben praktisch keine Chance mehr, als Band die Grenze zu überschreiten. In Europa ist es eigentlich nur in der Schweiz so schlimm, da nehmen sie dich an der Grenze völlig auseinander, als ob man Waffen oder Drogen einschmuggeln wolle. Dabei basiert doch die ganze Wirtschaft der Schweiz auf Mafia-Geld - und die machen uns blöd an, nur weil wir ein paar T-Shirts zum Verkaufen dabei haben?! Und bei den Konzerten in der Schweiz wollen sie dir dann auch noch vorschreiben, wie laut du maximal spielen darfst! Was für ein Blödsinn! Sollten erwachsene Menschen nicht in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wann es ihnen zu laut ist und dann einfach den Raum zu verlassen? Ich hasse es, wenn mir jemand erzählen will, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich rauche nicht, aber jetzt, wo das Rauchen überall verboten wird, geht mir das Verbot zunehmend auf die Nerven -ich mag es nicht, wenn man mir etwas verbieten will. Und wenn ich laut spielen will, dann lasse ich mir das nicht verbieten! So lange du niemandem schadest, sollte jeder selbst entscheiden können, was er tut.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #80 (Oktober/November 2008)

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