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Interviews & Artikel

HAMMERHEAD

Im Headshop mittels Peter Scholl-Latour von der Musik emanzipiert?

The Geiselnehmer of Hardcore-Punk sind zurück. Oder nicht? HAMMERHEAD ... The only Hardcore Band of the 90er ... Bereits in einem gefeierten Dokumentarfilm verewigt ... Mit Bier beworfen ... In Schweiß gebadet ... Zwischenzeitlich vermisst, verarmt, vermehrt, verzogen, vergessen ... Vergessen? Nein. Nicht vergessen. Nicht nach der dringend notwendigen Wiederveröffentlichung von „Stay Where The Pepper Grows“ und „Weißes Album“ (Headbert, X-Mist, Broken Silence). Nicht nachdem kürzlich dank Gitarrist und Bandbiograf Nbert anschließend das schicke Nähkästchen (Singles, Samplerbeiträge) mit dem Namen „Cut The Melon“ auf Per Koro und Headbert Records mit entsprechender Release-Party in Hamburg erschienen ist. Nicht nachdem die äußerst gelungene Dokumentation „Sterbt alle“ auf DVD so viel Anklang bei alten und neuen Fans der Band finden konnte. Im Trash Chic zu Köln sitzen sie also aus diversen Gründen, rauchend, trinkend und sich mit Origami beschäftigend, in geselliger Runde beisammen: Tobias Scheiße („Gesang“), Nbert (Gitarre, Propaganda, Kamera), Ranen (Bass), Danilatore Minute (Gitarre) und Herr Ginter (Grafik und Männchen malen), Alexander Gäbeldinger (Murmeltierkostüm), Jenny Maus (bezaubernd) und Jörkk Mechenbier (schwarze Kunstlederjacke). Der gute Osche (Schlagzeug, Gasmaske) lebt mittlerweile nackt in New York und kann dem Treffen leider nicht beiwohnen.

Wie war denn das Release-Konzert für „Cut The Melon“ in Hamburg so besetzt? Alte Hasen? Junge Hüpfer?

Scheiße: Es waren viele alte Arschlöcher da. Aber auch junge. War echt okay.

Norbert sprach im Vorfeld zu diesem Interview am Telefon gleich von Reunion, was hat es damit auf sich, was kann man erwarten? Große Pläne, oder ist „mal gucken, was passiert“ angesagt?

Nbert: Ich finde es albern, sich zur Veröffentlichung einer Platte wieder zusammenzufinden und ein paar Mal live zu spielen und dann nicht von einer Reunion zu sprechen. Von daher sehe ich kein Problem bei der Verwendung dieses Wortes. Aber es ist zunächst nichts Weiterführendes geplant.

Scheiße: Es ist wie so oft im Leben: Es gibt viele Dinge, die Sinn machen. Unserer Meinung nach macht es auch Sinn, live zu spielen. Es macht einfach Spaß. „Mal gucken“ trifft es ganz gut. Denn ob es im Endeffekt durchführbar ist und wir das hinbekommen, wird sich erst noch zeigen müssen.

Wie habt ihr denn die Zeit seit der Auflösung 2004 überbrückt? Es fehlt einem doch das Steckenpferd „Band“, oder? War euch denn auch mal langweilig?

Scheiße: Jaaa, mir war es sicher auch mal langweilig seit 2004. Ich war auch mal im Urlaub. Wurde schwanger. Habe eine Lehre als Mediendesigner gemacht, also wir alle ... Du darfst dir das ja nicht als Vollzeitjob vorstellen, die Band. Wir haben eben ab und an mal gespielt. Das Proben hatten wir gegen Ende sowieso weitestgehend eingestellt und von daher blieb immer schon auch Zeit für andere Dinge. Speziell in Hamburg war es einfach so, dass wir gefragt wurden, ob wir auf die Release-Show Lust hätten – und das hatten wir tatsächlich alle. Dann haben wir das eben gemacht und es war sehr nett. Alles weitere bleibt unter dem Vorbehalt „mal gucken“.

Nbert: Ich hatte zu keiner Zeit mit Langeweile zu kämpfen. In der Zwischenzeit musste ja auch der Film auf die Beine gestellt werden und den Rest meiner Freizeit habe ich eigentlich dafür aufgewandt, die Platten wiederzuveröffentlichen.

Im Ernst, da war doch auch ein bisschen Eitelkeit dabei? Man will wieder aktiv sein, erkannt werden, der Midlife Crisis etwas entgegensetzen ... Ich möchte HAMMERHEAD ganz sicher kein Konzept unterstellen, aber es sieht einfach schon recht stimmig aus: erst der Film, dann die Wiederveröffentlichungen, jetzt die „neue“ CD, plötzlich wieder Live-Daten ...

Nbert: Ja, das war alles minutiös geplant und durchdacht, jetzt sind wir auf den Punkt da, um dick abzusahnen. Habe gestern auch mit Universal telefoniert.

Scheiße: Natürlich ist da sicher eine Portion Eitelkeit im Spiel, wenn man sich – wieder – auf die Bühne stellt. Der Mann am Mikro ist nun einmal meist etwas eitler als der, der die T-Shirts verkauft. Gehört doch zum Job.

Mir erschien das jetzt auch gar nicht so konzipiert, im Gegenteil. Ich hatte seit 2004 das Gefühl, dass ihr niemals richtig „weg“ wart. Es gab immer Meldungen über HAMMERHEAD. Durch DVD und Platten dann eben auch Reviews und so weiter – HAMMERHEAD waren immer noch Gesprächsthema.

Scheiße: Das ist ja auch relativ einfach dieser Tage. Man hat eine Homepage, die man pflegt und aktualisiert, dann hat Norbert diesen einzigartigen Film gemacht ... Und wir sind ja auch nicht im Streit auseinander gegangen. Es war einfach die Luft raus – und der Wurm drin. Deswegen haben wir dann einfach mal aufgehört zusammen zu spielen. Und jetzt tun wir das, wenn es sich als durchführbar erweisen sollte, eben wieder.

Nbert: Außerdem können wir doch als Band machen, was wir wollen, das ist doch das Schöne.

Es ist dabei schon seltsam, dass man bei all diesen Aktivitäten in den letzten Jahren das Gefühl bekommt, dass seit der Auflösung mehr Tatendrang hinter der Band steckt als zuvor.

Nbert: Außer dem Musikmachen halt ...

Scheiße: Wir hatten es eben geschafft, uns von der Musik zu emanzipieren. Abseits der Musik zu existieren. Alles stimmte, wir haben lediglich nicht mehr gespielt. Wir sind der Headshop unter den Bands: Du bekommst bei uns alles, was du zum Kiffen brauchst, außer was zum Kiffen ... Oder wie bei diesem Buch von THE KLF, wir halten uns an das Handbuch, verfolgen jeden Schritt – lassen aber die Musik weg. Irgendwas stimmt mit unserem Konzept nicht, du hast Recht.

Nbert: Unser Schlagzeuger wohnt in Berlin, das macht die Sache nicht einfacher. Ich habe mich eben um das Backprogramm gekümmert. Das macht, wie gesagt, Spaß, den Kram wieder für Leute erhältlich zu machen. Nach der langen Pause war es dann bei allen wieder so, dass sie Bock hatten, wieder zusammenzufinden, um auch mal wieder gemeinsam Musik zu machen.

Mir fällt dabei noch ein, Joachim war ja auch überraschend gut auf euch zu sprechen! Als Außenstehender hatte man da eine innigere Feindschaft vor Augen.

Scheiße: Ja, Kompliment. Er war da wirklich überraschend souverän.

Nbert: Man muss das ja auch nicht hochspielen. Die Aversion von HAMMERHEAD gegen Joachim Hiller bestand eigentlich in erster Linie wegen irgendwelcher Brillen und Frisuren und anderer Unmoden, die er so zur Schau stellte. Man kennt sich aber mittlerweile auch schon ewig und das macht den Leuten da draußen ja auch Spaß, so etwas ohne Wissen der Fakten zu beobachten, zu begaffen und zu diskutieren. Das funktioniert wie die Boulevardpresse. Und beide Seiten sind mittlerweile wahrscheinlich einfach altersmilde geworden ...

Ich muss dennoch wieder darauf eingehen: „Reunion“, das klingt irgendwie nicht nach HAMMERHEAD. Das widerspricht den von euch perfektionierten Konzepten „Alles Scheiße“ und „Kein Konzept“. Wie rechtfertigt ihr das?

Nbert: Dann wiederhole auch ich mich gerne wieder: Wir können machen, was wir wollen. Natürlich sind Reunions fast immer zum Kotzen. Bei 99 Prozent der Bands, die das irgendwann machen, kommt da einfach nur Scheiße bei raus, das ist eher peinlich ... Aber bei uns ist das selbstverständlich vollkommen anders.

Ist das denn so wie bei TOXOPLASMA, dass ihr einfach bei euren Leisten bleibt und dann noch ein paar Jahre euer Ding macht, zum Spaß, Ausgleich und dergleichen?

Scheiße: TOXOPLASMA mussten einfach wieder ran, weil es wieder mehr Nazis gab. Da musste doch jemand was tun! Da brauchte es das wieder! Und nun haben wir die Wirtschaftskrise und da braucht es eben wieder eine Band wie HAMMERHEAD. Dafür sind wir zuständig. Wir tun also nur unsere Pflicht. Vielleicht nimmt die AIDS-Problematik ja irgendwann überhand, dann müssen wohl oder übel RAWSIDE wieder ran, was weiß ich ...

Wie schmeckt dir eigentlich diese Business-Schiene, die man ja gewissermaßen fahren muss, wenn man sich mit der Veröffentlichung von Platten und CDs beschäftigt? Einkauf, Verkauf, Promo ... Zwickt der innere Punker da, wenn man mit diesen Mechanismen in Kontakt tritt? Gerade bei der Antihaltung, die HAMMERHEAD ja immer nach außen getragen haben?

Nbert: Wenn du das „Business-Schiene“ nennst, was wir machen, dann gute Nacht, Deutschland. Aber abgesehen davon sind die Leute, mit denen ich in dem Bereich zu tun habe, doch recht okay. An Green Hell muss man zwar immer drei Mahnungen schicken, bis die überweisen, dafür entschuldigen die sich aber auch immer rührend. Und selbst bei Broken Silence, die den Vertrieb machen und mit den Bösen von Saturn et cetera kooperieren, sitzt jemand, der sich privat unsere Sachen ordert, die er nicht im Vertrieb hat. Ich habe in meinem sonstigen Leben mit größeren Arschlöchern zu tun als bei der „Band-Orga“.

Ich freue mich jedenfalls, wie viele andere sicher auch, auf das Konzert in Köln im April und hoffe, dass für Fans der Band noch viel zu erwarten steht, nachdem ihr „mal geguckt“ habt. Vielen Dank für das Interview, hübschen Abend noch. Letzte Worte bitte jetzt.

Nbert: In Ordnung, dann will ich noch schnell loswerden, dass ich TREND total beschissen finde und alle, die die hören, auch!

Scheiße: Dem schließe ich mich an! Und OIRO sind auch scheiße! CHEFDENKER sind super. Und jetzt haut endlich ab, wir müssen intern noch ein bisschen über die Lyrics quatschen ...

Jörkk Mechenbier & Alexander Gräbeldinger

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #83 (April/Mai 2009)

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SKEGSS

Ben Reed (Gesang, Gitarre), Toby Cregan (Bass) und Jonny Lani (Drums) sind SKEGSS. Die drei Australier haben in ihrer Heimat die Zuhörer mit ihrem warmen und harmonischen Garagen-Punk-Sound um den Finger gewickelt und eine Tour nach der anderen ... mehr