Interviews & Artikel : SVETLANAS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SVETLANAS

Die gefährlichste Band der Welt?

„The most dangerous band in the world“, so hat der Internet-Blog „Dying Scene“ die SVETLANAS mal bezeichnet, da die Band seit vier Jahren in Russland offiziell Einreiseverbot hat. Sängerin Olga ist von da schon als Kind mit ihrer Mutter nach Italien ausgewandert und hat dort auch die SVETLANAS gegründet. Inzwischen haben sie in Kalifornien neue Freunde gefunden und mit Nick Olivieri (KYUSS, QUEENS OF THE STONE AGE, MONDO GENERATOR) sogar einen prominenten Neuzugang am Bass. Im Juni 2017 hat die Band ihr viertes Album „This Is Moscow Not LA“ veröffentlicht. Frontfrau Olga und Drummer Diste beantworteten uns bei ihrem Gastspiel im Würzburger Immerhin einige Fragen.

Wie hat das alles mit SVETLANAS angefangen?

Olga:
Ich habe die Band 2009 in Mailand gegründet. Ich habe das Line-up seitdem unzählige Male geändert, aber inzwischen haben wir eine ziemlich stabile Besetzung gefunden.

Ursprünglich stammst du ja aus Russland, seit wann bist du in Italien?

Olga:
Schon seit frühester Kindheit. Meine Mutter ist aus Russland geflüchtet und hat dann einen Italiener geheiratet. Sie hatte damals Probleme mit meinem Vater in Russland, deshalb ist sie gegangen.

Viele nehmen euch ja als russische Band wahr, dabei seid ihr ja offensichtlich eine italienische Band.

Diste:
Inzwischen kann man das sagen. Am Anfang waren es hauptsächlich Russen in der Band. Das hat sich geändert, als ich eingestiegen bin.

Olga: Er hat die Band ausgemistet. Er hat mir gesagt, wenn du mit der Band erfolgreich sein willst, musst du mit dem Lärm aufhören. Diste hat sich also um alles gekümmert und neue Leute in die Band geholt.

Und dann kam der Moment, in dem ihr aus Russland verbannt wurdet. 2014 war das. Was ist passiert?

Olga:
Ich habe auf der Europatour mit THE DWARVES einfach zu viele Fotos von Wladimir Putin auf der Bühne abgefackelt. Und im Rahmen dieser Sommertour sollten wir eigentlich auch in Russland auftreten, aber ich habe dann einen Brief bekommen, in dem mir mitgeteilt wurde, dass mein Reisepass nicht mehr gültig und ich als Person von der Regierung auch nicht mehr erwünscht sei. Es macht mir aber nichts aus, nicht mehr nach Russland reisen zu dürfen. Ich lebe ja schon lange in Italien. Es tut mir nur für die Band leid, die auch privat in Russland Probleme bekommen könnte, wenn sie dort einreisen.

Hast du noch Verwandte in Russland?

Olga:
Meine Großmutter. Die vermisse ich natürlich, aber es war schon vorher unmöglich, sie zu treffen –aus familiären Gründen. Ich wohne zwar offiziell in Mailand, aber eigentlich leben wir quasi auf der Straße. Wir sind die meiste Zeit des Jahres auf Tour. Ich weiß, das ist ein komisches Leben, aber ich liebe es.

Wladimir Putin ist auch auf dem Cover eures dritten Albums „Naked Horse Rider“ zu sehen, mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd, und das erste Lied auf der neuen Platte heißt „Putin on da Hitz“.

Olga:
Ganz lange haben wir vor jeder Show ein Bild von Putin auf der Bühne verbrannt oder später dann eine Flagge als Protest gegen die Verbannung. Viele Clubbetreiber haben uns gebeten, davon Abstand zu nehmen. Da ging es aber vor allem um das offene Feuer auf der Bühne und nicht um die politische Botschaft.

Aber warum ist Putin immer noch so ein großes Thema für euch?

Olga:
Er ist einfach ein riesengroßes Arschloch. Er ist ein Diktator, der viele Menschen unterdrückt. Meine Abneigung kommt vor allem aus dem Jahr 2009, als ich die Band gegründet habe. Auf dem neuen Album geht es aber mehr um Trump und viele andere Dinge. Bei unserer letzten Tour in den Staaten hatten wir auch viele Probleme mit Trump-Fans. Es gibt aber noch jede Menge anderer Menschen, die ich verabscheue. Wahrscheinlich werde ich noch über einige andere böse und sarkastische Texte schreiben. Das kommende Album wird auch wieder sehr lustig. Da geht es nämlich um die Punk-Szene in den Staaten. Denn wir haben in den letzten Jahren mehr in den USA gespielt als in Europa.

Und was ist euch da aufgefallen?

Olga:
Das Problem ist, dass es auch in der Punk-Szene viele Leute gibt, die an Trump glauben. Und seit ich das entdeckt habe, ist das ein riesengroßes Problem für mich. Das kann ich einfach nicht verstehen. Wenn du dich für die Punk- oder Hardcore-Szene entscheidest, dann gibt es da ja gemeinsame Werte. Und deshalb sind diese Leute für mich noch viel problematischer als Menschen wie Trump oder Putin.

Diste: Wir hatten auch die Gelegenheit, mit Jello Biafra über dieses Thema zu reden, und er meinte: „Deshalb habe ich ,Nazi punks fuck off!‘ geschrieben.“ Das Problem gibt es also schon lange, aber jetzt ist es besonders schlimm.

Olga: Momentan gibt es eben ein riesengroßes Arschloch als Präsident und deshalb sind viele dieser Typen jetzt aus ihren Löchern gekrochen. Sie fühlen sich jetzt sicher genug, um sich hinzustellen und zu sagen: Ich bin stolz Amerikaner zu sein. Und ihr seid Ausländer, ihr habt hier nichts zu suchen. Jeder Rassist reißt jetzt seine Klappe auf. Ich habe viele Shows mit einem Shirt von JELLO BIAFRA AND THE GUANTANAMO SCHOOL OF MEDICINE absolviert. Darauf steht: „Nazi Trumps Fuck Off!“ Und gerade bei der letzten US-Tour hatte ich deshalb jede Menge Probleme. Und ich denke, wenn man zu einem Konzert von SVETLANAS geht, ist es klar, dass man mit einer klaren politischen Botschaft konfrontiert wird. Viele haben das Konzert verlassen, einige haben mich aber auch angesprochen: „Warum geht es bei euch immer um Politik? Warum nicht mal nur Musik?“ Ganz einfach: Für mich geht es bei Punk nicht nur um Musik! Wenn euch das nicht passt, sucht euch eine andere Szene. Wenn ich Punkrock mache, vertrete ich meine Ideen und meine Werte auch öffentlich. Das haben sie einfach nicht verstanden.

Wie kommt es, dass ihr so viel Zeit in Amerika verbringt? Woher rührt diese enge Verbindung?

Diste:
Es sieht vielleicht so aus, aber wir sind nicht in die USA übergesiedelt. Wir spielen dort einfach unheimlich viele Konzerte. Inzwischen sind wir dort drei- oder viermal im Jahr unterwegs. Häufiger als in Europa.

Olga: 2010 waren wir zum ersten Mal in den USA. Damals haben wir unsere erste Tour noch selbst über MySpace gebucht. Da haben wir einige Leute getroffen, die uns dann sehr geholfen haben. Und dann haben wir irgendwann Nick Olivieri mit den DWARVES in Italien auf Tour getroffen. Und so hat sich das einfach entwickelt. Bis jetzt haben wir alle unsere Alben in den USA aufgenommen und nie etwas dafür bezahlt. In Italien hätten wir dafür eine Stange Geld gebraucht. In den Staaten waren wir erst auf Tour und haben im Anschluss dann gleich ein Album aufgenommen. Es gibt immer irgendwelche Connections, die wir nutzen können, und wir sind sehr schnell. Das letzte Album haben wir binnen zwei Tagen aufgenommen.

Wir kam es, dass Nick Olivieri Bassist der SVETLANAS wurde? Er ist zwar diesmal nicht auf Tour dabei, aber doch festes Bandmitglied.

Diste:
Als wir unsere erste Tour mit den DWARVES in Europa gespielt haben, fragte er uns ganz vorsichtig, ob er einen Song mit uns auf der Bühne spielen dürfe. Und wir fühlten uns natürlich sehr geehrt. Und danach wollte er gleich einen Song mit uns aufnehmen. Und wir waren natürlich sofort begeistert und wollten das komplette Album mit ihm aufnehmen. Und als er zurück in den Staaten war, schrieb er uns eine Mail, dass er gerne dauerhaft bei SVETLANAS dabei wäre. Ich meinte noch: „Du bist aber ziemlich beschäftigt.“ Und er antwortete dann: „Ich weiß, aber ich will die Musik machen, die mir gefällt, und ich mag euch einfach.“

Olga: Und dann hat er uns gleich drei Vorschläge für Studios geschickt. Und wir haben ihm geantwortet: „Für uns ist alles großartig, such einfach eins aus.“

So ist dann wohl auch die Verbindung zu Josh Homme entstanden. In seinem Pink Duck Studio in Los Angeles habt ihr euer aktuelles Album aufgenommen.

Diste:
Genau. Die beiden sind eng befreundet. Die Probleme zwischen den beiden, von denen man überall lesen konnte, existieren aktuell wohl vor allem auf dem Papier und nicht in der Realität. Es ist ein großartiges Studio, in dem natürlich vor allem QUEENS OF THE STONE AGE ihre Songs aufnehmen.

Olga: Josh hat auch mal vorbeigeschaut. Wir haben auch ein Foto mit ihm auf unserer Facebook-Seite hochgeladen. Er hat aber nur kurz „Hallo“ gesagt. Mit den Aufnahmen selbst hatte er nichts zu tun.

Wie sehen die aktuellen Pläne von SVETLANAS aus?

Olga:
Wir haben gerade die Demos für das neue Album aufgenommen. Und wenn wir mal nicht auf Tour sein sollten, dann gehen wir bestimmt bald ins Studio. Wo das sein wird, kann ich noch nicht sagen. Wer uns kostenlos in sein Studio lassen möchte, soll sich bitte melden.

Wolfram Hanke

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #139 (August/September 2018)

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