Interviews & Artikel : GLEN MATLOCK :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

GLEN MATLOCK

Ex-Pistol

Er war der Bassist des skandalumwitterten Quartetts, das bis heute als die Punkband schlechthin gilt: SEX PISTOLS. Er ist Co-Autor der drei großen Singlehits der Formation, „Anarchy in the U.K.“, „God save the Queen“ und „Pretty vacant“. Doch war Glen Matlock deshalb jemals ein Punk? Er gründete nach seinem Ausscheiden bei den SEX PISTOLS 1977 die Powerpop-Formation RICH KIDS. Neben dem Schlagzeuger Rusty Egan waren noch Gitarrist Steve New und Sänger Midge Ure mit am Start. New war angeblich 1975 kurz als Gitarrist bei den Pistols gewesen. Ure hatte wohl auch ein Angebot bekommen, als Sänger ebendort einzusteigen. Er lehnte jedoch ab, weil er noch in der „Teenieband“ SLIK gebunden war. Die RICH KIDS hielten sich jedoch nicht lange – 1978 war Schluss. Egan und Ure schlossen sich der New-Romantic-Szene an, hatten mit „Fade to grey“ und Steve Strange als VISAGE den großen kommerziellen Hit. Ure war später noch als Sänger von ULTRAVOX erfolgreich.

Glen, gibt es noch Kontakt zu den Kollegen der RICH KIDS?


Rusty treffe ich ab und an noch. Unser Gitarrist Steve ist leider 2010 gestorben. Im letzten Jahr haben wir eine einzelne RICH KIDS-Show gespielt, bei der Gary Kemp Steve ersetzte.

Der Gary Kemp von SPANDAU BALLETT?

Genau der.

Nach dem Ende der RICH KIDS sprangst du als Bassist in der Band von Iggy Pop ein.

Iggy suchte einen Bassisten und ich hatte Interesse. Nachdem wir zusammen getrunken hatten, hatte ich den Job. Unsere erste gemeinsame Tour führte uns durch Deutschland. Wir spielten in Berlin und hatten einen hervorragenden Abend mit Romy Haag. In Hamburg und München gab es auch Konzerte. Mit Iggy kam ich auch erstmals nach Amerika. Die Arbeit mit ihm war sehr professionell – alles stimmte, ich hatte zum ersten Mal einen Tourmanager. Es war wirklich eine gute Schule. Wir spielten an Halloween in New York. In England hatten wir Halloween nie gefeiert, hier war es großartig! Debbie Harry, damals auch noch jünger, war backstage dabei.

Bedeuten solche Konzerterinnerungen mehr als die Konzerte mit Johnny Rotten, Steve Jones und Paul Cook als SEX PISTOLS?

Nein. Es sind halt alles verschiedene Erinnerungen. Mit den SEX PISTOLS zu spielen war cool. Auch mit THE FACES zu spielen war cool.

Ist es Fluch oder Segen, ein Originalmitglied der SEX PISTOLS zu sein?

Beides. In England sagt man, es sei wie ein doppelt gesalzenes Ei: manchmal ist es gut, manchmal nicht. Doch, ich bin stolz, ein Teil der SEX PISTOLS zu sein. Ich denke vorwärts, nicht rückwärts. Ich denke auch nicht gleich nach dem Aufwachen an SEX PISTOLS-Shows.

Existieren die SEX PISTOLS derzeit überhaupt?

Frag das bitte John Lydon. Vielleicht erhalten wir 2019 ja einen großen Scheck ...

Fakt ist jedenfalls, dass deine Solo-Karriere derzeit besser läuft als beim Solo-Debütalbum „Who’s He Think He Is When He’s At Home?“ aus dem Jahre 1996.

Es rufen permanent Leute an oder kontaktieren mich via Facebook. Wir haben eine gute Chemie in meiner Live-Band, wir spielen viel. Wir waren kürzlich in Korea, Japan, Schweden, Italien und England unterwegs. Im Januar geht es nach Brasilien, Argentinien, Chile und Uruguay. Wir sind sehr gut beschäftigt. Natürlich würden wir auch gerne wieder nach Deutschland kommen. Ich verhandle gerade mit einigen Agenturen.

Diese Verhandlungen dürften positiv ausgehen, denn du hast mit „Good To Go“ im Herbst 2018 ein Album veröffentlicht, mit dem du dich von deinen Punk-Roots weiter verabschiedest und dich dem Rockabilly-Sound öffnest. Kein Wunder, spielte doch Slim Jim Phantom von den STRAY CATS die Drumparts ein.

Ja, genau. Ich wollte nicht mehr fortwährend dasselbe alte Ding fortführen. Ich hatte Bob Dylan erlebt, Charlie Sexton. Der Stil von Slim Jim ist nicht so heavy, also fragte ich ihn, ob er dabei sein möchte.

Warum heißt das Album „Good To Go“? Klingt irgendwie nach Abschied.

Nein, keinesfalls. Im Englischen bedeutet das so viel wie fertig, „ready, good to go“. Weil alles an seinem Platz ist.

Am richtigen Platz war als Gitarrist Earl Slick dabei. Auch der ist kein Unbekannter im Business. Slick spielte jahrelang für David Bowie, und er war 1980 bei den Aufnahmen von John Lennons und Yoko Onos „Double Fantasy“ dabei.

Davon hat er auch mir unzählige Male erzählt. Die Bowie-Geschichten natürlich auch. Ja, Bowie und Lennon gehören auch zu meinen Favoriten. Ich liebe Earl. Er ist fantastisch!

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Slick?

Earl hatte in Amerika gerade wieder einmal mit Slim Jim gearbeitet. Als ich Jim nach einem Gitarristen fragte, hat er mir Earl empfohlen. Beide sind gut befreundet. Ich habe dann einfach bei Earl nachgefragt. Das war’s.

Die Welt hat sich weiterentwickelt. Wie du passend bemerkt hast, sollte der Blick nach vorne gehen. Ein Beispiel?

Im letzten Februar habe ich zwei Konzerte mit den DROPKICK MURPHYS und FLOGGING MOLLY in Deutschland gespielt. Kind of cool! In Dortmund waren 15.000 Menschen in der Halle. Andererseits habe ich im letzten Jahr auch ein Auftritt von Iggy Pop gesehen. Das war eines der besten Konzerte, die ich je erlebt habe.

Was passierte alles in der Post-Pistols-Phase neben Gastspielen in den Bands von Iggy Pop, SID VICIOUS, den RICH KIDS und SPECTRES?

Es gab Kooperationen mit den LONDON COWBOYS, mit Ian Hunter, Mick Ronson, Johnny Thunders ... Kennst du Johnny Thunders?

Ja, er ist, ähnlich wie Nico, gestorben, nachdem er „alles“ ausprobiert hatte ...

Nein, daran hätte er schon eher sterben können. Es war eher so wie mit dem Räuber, der sein ganzes Leben lang geklaut hat, aber für etwas im Knast landete, das er nicht verbrochen hatte. Nach meiner Zusammenarbeit mit Thunders folgte bei mir lange Zeit nichts, ich verfiel für eine sehr lange Zeit dem Alkohol.

Dafür siehst du aber noch recht gut aus und bist nicht, wie viele Musiker, aufgeschwemmt vom Alk ...

Ich war es. Aber ich trinke seit geraumer Zeit nichts mehr.

Was brachte Glen Matlock zurück ins „normale“ Leben?

Ähm ... Langeweile! Ich war frustriert davon, Alkoholiker zu sein, denn es nimmt all deine Zeit in Anspruch. Ich bin aber wieder fit und könnte mit Mike Tyson kämpfen, jetzt nach sechs, sieben Jahren der Abstinenz.

Ralf G. Poppe

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #142 (Februar/März 2019)

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