25 Jahre später: IGNITE

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A Place Called Home (CD/LP, TVT, 2000)

Das zweite reguläre Album „A Place Called Home“ stand anfangs unter keinem guten Stern. Ox-Autor Andreas Bock fällt in Ausgabe #41 direkt mit der Tür ins Haus und stellt im zweiten Satz die Kritiken der Szene vor: „Viele Hardcore-Dogmatiker werden jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, natürlich von Ausverkauf sprechen, von Verweichlichung, von Verrätern und so weiter ... Ja richtig, IGNITE sind jetzt beim Satan Major (TVT Records) untergekommen.“

Einen der Gründe, warum die Hardcore-Band aus Orange County diesen Schritt wagte und das heilige Label Relevation Records verließ, stellt der damalige Frontmann Zoli in einem Interview in der Nachfolgeausgabe vor: „Revelation Records konnten uns einfach nicht die notwendige Unterstützung geben, um den nächsten Schritt zu machen. Es ist beispielsweise relativ schwer und kostspielig im amerikanischen Radio gespielt zu werden. TVT haben die Relevanz und finanziellen Möglichkeiten eine Band auf Airplay zu pushen. Außerdem konnten wir endlich mit den notwendigen Toursupports arbeiten, um für Bands wie die MISFITS und BAD RELIGION den Opener zu machen.“ Wäre die Labelfrage also geklärt. Mit „A Place Called Home“ wurden IGNITE auf jeden Fall berühmter, denn das Album traf den Nerv vieler Fans. Gemäß dem Motto „Less Core, more Rock“ baute das neu formierte Quintett (Gitarrist Brian Balchack sowie Craig Anderson kamen kurz vor dem Album hinzu) zunehmend ruhigere Passagen in seinen musikalischen Output ein. Songs wie „Veteran“ oder auch das Titelstück sind passende Beispiele dieser Neuausrichtung.

Trotzdem ist „A Place Called Home“ in Gänze immer noch eine Hardcore-Platte, die vor allem im vorderen Teil unfassbare Granaten enthält. Wie etwa das großartige „Burned up“, was neben einem tollen Text vor allem aufgrund seines Aufbaus besticht. Das kurz angespielte Metalriff ist nicht von dieser Welt und wird so filigran in den Song eingebaut, dass es einen einfach von den Füßen reißt. Weitere Perlen sind das anklagende „Run“, in dem es inhaltlich um Gewalt in der Familie geht, das Groove-Monster „Bullets included no thought required“ oder das treibende „No regrets“. Dieser Song hätte auch gut zur früheren Hardcore-Scheibe „Family“ gepasst. Dass diese Stücke fast 25 Jahre später immer noch zu den Highlights jedes Live-Konzerts zählen, zeugt von ihrer Qualität. Summa summarum haben IGNITE mit „A Place Called Home“ ihre zweite Entwicklungsphase eingeleitet und präsentierten sich als abwechslungsreiche Band mit Hardcore-Roots. Es ist eines der wichtigsten Alben Anfang der 2000er und zündet auch heute noch gewaltig. Im weiteren Verlauf wurde dieses Meisterwerk nur noch vom Nachfolger „Our Darkest Days“ in den Schatten gestellt.

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