I AM THE AVALANCHE

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Ein filigraner Tanz

„The Horror Show“ ist ein Album, das die Band aus Brooklyn in eine neue emotionale Tiefe geführt hat. Der Tod von Frontmann Vinnie Caruanas bestem Freund prägt die elf Songs spürbar und verleiht dem hymnischen Post-Hardcore mit Indiepunk-Einschlag von I AM THE AVALANCHE eine zusätzliche Schwere. Euer neues Album heißt „Above Chaos“. Was genau ist das für ein „Chaos“, von dem ihr sprecht?
Die emotionale Intensität des fünften Albums der Gruppe ist unüberhörbar: „Ich habe einen unermesslichen Verlust erlebt“, sagt Vinnie. „Diese Art von Trauer hat mich auf zellulärer Ebene verändert. Es gibt viel mehr Dringlichkeit und viel mehr, das ich mir von der Seele singen muss. Ich bin so dankbar, Musik als Ventil zu haben, und weiß, dass das Leben nie einfacher wird. Deshalb werde ich immer mein Leben besingen und mich daran aufrichten.“


Trotz der Veränderungen blieb ein Teil des ursprünglichen Bandgeists erhalten. Mit einem Augenzwinkern blickt der Frontmann auf die frühen Tage zurück: „Heute kiffen wir viel weniger, haha. Unser Gefühl von Zusammengehörigkeit ist nur noch stärker geworden, der Spirit der Band intensiver denn je. Außerdem sind wir heute bessere Songwriter, weshalb wir jetzt, 22 Jahre nach der Bandgründung, unsere beste Platte gemacht haben. Das können nicht viele Bands mit so viel Selbstbewusstsein behaupten.“ Musikalisch haben sich I AM THE AVALANCHE weiterentwickelt und neue Klangräume erschlossen: „Ich hatte ein starkes Bedürfnis, meine Freunde und meine Familie stolz zu machen und die Dinge wirklich weiter zu treiben“, verrät Vinnie. „In der Band haben wir uns gegenseitig ermutigt und in der Überzeugung bestärkt, dass es keine Grenzen gibt; keine Limits. Wenn man das wirklich durchzieht, bekommt man ein Album, das vielschichtiger, umfassender und emotional breiter aufgestellt ist.“

Der Tod seines besten Freundes hat seine Perspektive grundlegend verändert und damit auch die Geschichten, die er auf „The Horror Show“ erzählt: „Die meisten Texte waren noch nicht geschrieben, als er starb. Sein Tod hat fast jeden einzelnen Text auf der Platte beeinflusst. Natürlich singe ich nicht die ganze Zeit über ihn, aber diese neue Version von mir, die die Welt durch die Linse der Trauer um ihn sieht, hat diese Texte geschrieben. Mein altes ‚Ich‘ existiert auf dieser Platte nicht mehr, nur dieses neue, dessen Seele ausgelaugt ist.“

Zwischen Verletzlichkeit und Trotz bewegen sich I AM THE AVALANCHE auf einem schmalen Grat: „Das sind zwei sehr gute Begriffe, um meine mentale Verfassung zu beschreiben“, so der Frontmann. „Du musst diese Dinge zügeln und gleichzeitig nutzen, um dabei eine Platte zu machen, die die Menschen gerne hören und immer wieder auflegen wollen. Es ist ein filigraner Tanz. Du musst dein ganzes Selbst hineinwerfen und Opfer bringen. Du musst gegen den Schmerz anschreiben und dabei den Gipfel erreichen.“

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