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I AM THE AVALANCHE

The Horror Show

Der Nachfolger der 2020er Platte „Dive“ trägt den Titel „The Horror Show“. Und dieses Album ist so schwer, dunkel und schonungslos, wie der Name klingt. Frontmann Vinnie Caruana, bekannt durch THE MOVIELIFE, PEACE’D OUT, CONSTANT ELEVATION und seine Solo-Werke, hat sich längst den Ruf erarbeitet, persönliches Leid und existenzielle Erschütterungen in Texte zu verwandeln, die zugleich empathisch, universell und zutiefst menschlich wirken. Auch diesmal ist ihm das auf eindringliche Weise gelungen: Ein Großteil der elf Songs kreist um den plötzlichen Tod seines besten Freundes; ein Schicksalsschlag, der Caruana hörbar bis ins Mark getroffen hat. Entsprechend offen, verletzlich und schonungslos kehrt er sein Innerstes nach außen. Musikalisch bleibt das Quintett aus Brooklyn seiner Linie treu: hymnischer Post-Hardcore, durchzogen von Indiepunk, melodisch, druckvoll und emotional aufgeladen. Doch aufgrund der Thematik wirkt „The Horror Show“ stellenweise aufgewühlter, schwerer und intensiver als frühere Werke. Die Band kanalisiert Trauer, Wut, Mut und Hoffnung in Songs, die gleichzeitig vertraut und neu klingen. Als hätte der bekannte Sound plötzlich eine zusätzliche Dosis Tiefe und Dringlichkeit erhalten. Trotz aller Schwere knüpft der fünfte Longplayer von I AM THE AVALANCHE in 22 Jahren Bandgeschichte an das an, was man mit den New Yorkern verbindet: unerschütterliche Ehrlichkeit, melodische Wucht und der Wille, selbst in dunkelsten Zeiten nicht zu zerbrechen. Der Fünfer stellt sich dem Verlust, ohne sich ihm zu beugen, und genau daraus entsteht die Kraft dieses Albums. „The Horror Show“ ist ein emotionales Dokument dessen, wie man weiterlebt, wenn das Leben plötzlich anders aussieht. Es ist ein Werk, das einen tief trifft, aber zugleich Trost spendet. Ein Album, das zeigt, wie viel Stärke in Verletzlichkeit steckt.

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