© by Joachim HillerDass JAKA Anfang September angekündigt haben, sich auf Grund eines Besetzungswechsels „verpuppen“ und eine kreative Pause einlegen zu wollen, nahm ich als Anlass, mal wieder ein Interview mit der Band zu führen. Ich traf vor dem Versagerpunk-Festival dann nicht nur wie erwartet Gründungsmitglied und Bandzentrum Christof Kather zum Interview, sondern auch den erst Anfang Oktober wieder dazugekommenen Klaus Nicodem, das andere Gründungsmitglied. Zufälligerweise an dem Ort, wo die Band 21 Jahre zuvor ihr erstes Konzert gespielt hat, im AZ Mülheim. Passend dazu haben wir einmal die Anfänge der Band Revue passieren lassen.
Schön, dass man sich mal live sieht. Unser letztes gemeinsames Interview war 2019, damals per Mail.
Christof: Also, ich weiß, dass der Markwald schon bei uns in der Band war – und jetzt schon nicht mehr –, als wir das letzte Interview zusammen hatten.
Jetzt steigt Robert aus und ihr macht eine Pause?
Christof: Ob das eine Pause wird, weiß ich nicht. Es ist ja von „Verpuppen“ die Rede. Robert steigt aus, der will jetzt lieber zu Hause was für sich machen. Und dass Klaus – wir beide haben das ja vor 26 Jahren ohne jegliche Ambitionen angefangen – jetzt wieder dabei ist, hat damit gar nichts zu tun, das ist ein Zufall. Seine Rückkehr in die Band war schon im Gespräch, bevor Robert seinen Hut genommen hat.
Klaus: Wir sind uns zufällig über den Weg gelaufen, letztes Jahr auf einem Konzert in Bochum. Dann haben wir uns wieder verstanden.
Vorher nicht?
Beide: Nee!
Klaus: Das war ja der Grund, warum wir uns aus den Augen verloren haben.
Christoph: Also dein Eindruck ist, wir haben uns verstanden?
Klaus: An dem Tag ja. [Alle lachen.) Und dann habe ich gesagt: Klar, dann mache ich das.
Christof: Der andere, der jetzt wieder dazukommt, ist René, der hat auch schon mal über Jahre bei uns gespielt. Ob das eben eine Pause wird, das ist die Frage. Robert spielt noch bis Mitte nächsten Jahres mit und währenddessen machen wir wahrscheinlich schon neues Zeug. Ich glaube, wenn Klaus und René wieder dabei sind, spielen wir live eher die alten Sachen plus was Neues. Wie schnell wir da was am Start haben, müssen wir mal sehen.
Hast du eine Idee, wie sich das auf den generellen Sound auswirkt? Denn bei JAKA gab es ja immer mal wieder Besetzungswechsel, aber der Sound ist doch ähnlich geblieben.
Christof: Also ich würde sagen, die Attitüde oder die Collagenhaftigkeit sind über die Jahre gleich geblieben, aber der Sound ist durchaus auf jedem Album ein anderer. Auch die Handschrift von Robert ist schon eine ganz andere, der ist so ein messerscharfer, spät abbremsender Thrash-Gitarrist und ihr beide, Klaus, seid ja mehr so die Feeling-Fraktion. Darauf habe ich auch wieder Bock, vor allem jetzt so im Älterwerden. Ich werde nächstes Jahr fünfzig, viele sind ja schon fünfzig, da kann man mal ein bisschen was Gemütlicheres machen und nicht immer so vertrackt und schnell und so. Irgendwie ist man darauf viel zu lange hängengeblieben. Also mal Metal, den man sich auch anhören und nicht nur interessant finden kann, das ist das, was mir so vorschwebt.
Klaus: Und auch wieder Punk.
Christof: Ja klar, darauf wird es hinauslaufen mit dir. Du übst ja eher nicht so und ich auch nicht, aber Robert halt.
Klaus: Ja, das mit dem Üben schaffen wir wieder ab.
Christof: Aber vielleicht machen wir zum ersten Mal Stücke im Proberaum. Das ist auch so was JAKA-Typisches, dass wir das nie gemacht haben.
Klaus: Die allerersten Nummern haben wir ja tatsächlich noch im Proberaum aufgenommen.
Christof: Könnte ich mich nicht dran erinnern.
Klaus: „Nukleares Winterkind“ zum Beispiel.
Christof: Das waren aber nicht die allerersten Nummern. 1998 war es so: Ich habe was aufgenommen und du hast zu Hause was dazu gespielt.
Klaus: Wir hatten aber eine Phase, da haben wir tatsächlich mal im Proberaum zusammen aufgenommen.
Christof: Ja, das stimmt. Das beschränkt sich aber auf einzelne Riffs in meiner Erinnerung. Vor allem hatten wir in den letzten Jahren, seit wir auch mit Harddisk Recording gearbeitet haben, das mit dem Legokasten: Also einfach was aufnehmen und daraus was entstehen lassen, das ist jetzt auf jeden Fall komplett ausgereizt. Also darauf habe ich keine Lust mehr. Jetzt will ich mal wieder was machen, was sich im Proberaum entwickelt, was dann auch funktioniert. Die letzten Alben sind aus meiner Sicht eher interessant oder nerdig oder so, aber wir haben auch pro Album vielleicht nur noch zwei Stücke überhaupt live spielen können, weil die Produktion einfach viel zu krass war.
Wie lange dauert es denn, wenn man einen Song so collagenhaft sammelt, samplet und aufnimmt, bis man ihn live spielen kann?
Christof: Die Mühe macht man sich nämlich gar nicht erst. Also, es ist schon alles spielbar, aber das würde voraussetzen, dass ich mit Klick spiele, dass jemand diese ganzen Samples abfeuert. Aber unser Œuvre umfasst 26 Jahre, da sind genug Sachen, die gehört werden wollen. Wir müssen also gar nicht das aktuelle Album spielen.
Hättest du 1998 gedacht, dass ihr 2024 noch als Band unterwegs seid?
Christof: Natürlich nicht. Vor allem, weil das 1998 ja gar keine Band war. Das war nur ein Projekt, um die Langeweile zu killen. Wir beide haben uns in Krefeld kennengelernt, weil wir wegen eines Studiums dahin gespült worden waren. Wir gelten ja bis heute als Krefelder Band, obwohl keiner von uns mehr da wohnt.
Klaus: Ich bin sogar eigentlich Mülheimer.
Dann seid ihr jetzt einfach eine Mülheimer Band. Das heißt, ihr habt einfach gesagt: Wir machen jetzt mal und schauen, wie es weitergeht.
Christof: Noch nicht mal „wie es weitergeht“, sondern wir machen einfach mal was. Oft erzählte Geschichte, aber das Internet war damals noch frisch freigegeben, noch nicht überladen, noch nicht kontrolliert, und da haben wir direkt einen Bekanntheitsgrad erreicht, ohne dass wir es beabsichtigt hatten. Weshalb wir dann ja erst eine Band zusammengesucht haben – und vor 21 Jahren hier, wo wir heute sind, zum ersten Mal live gespielt haben.
Klaus: Wir haben damals gedacht: Na ja, wer will das wohl sehen? Aber der Abend war echt krass. Und jetzt sind wir wieder da und fragen uns auch: Wer will das denn sehen?
Christof: Ja, die ersten zwei Shows waren hier, 2003 und 2004, und dann haben wir auch irgendwo anders in Deutschland gespielt. Aber wir hatten uns nichts vorgenommen. Ich finde es auch krass, dass es so gekommen ist.
Christof, du bist ja in den 26 Jahren die einzige Konstante in der Band gewesen. Wie habt ihr da als Musiker zusammengearbeitet? War das Demokratie oder Diktatur?
Christof: Also in der Kunst, egal, ob das eine Band ist oder Theater oder was weiß ich, da muss immer einer das Sagen haben: der Regisseur, der Dirigent. Aber das wurde nie groß thematisiert, das hat sich so ergeben.
Klaus: Die Texte waren ja dein Ding und es ging auch immer viel um Text.
Christof: Ja. Also ich musste das nie durchsetzen.
Klaus: Als wir uns kennengelernt haben, ich mit langen Haaren.
Christof: Du warst sofort als Metal-Gitarrist zu erkennen.
Klaus: Du hast mich auf der ersten Asta-Party angesprochen: „Spielst du Gitarre? Dann können wir mal was zusammen machen, ich spiele ein bisschen Schlagzeug.“ Du hattest damals so Hosenträger an, einen Seitenscheitel.
Christof: Ich sah also schon etwas diktatorisch aus. Du kannst ruhig sagen, dass du gedacht hast: Oh Gott, was für ein Spinner!
Klaus: Dann waren wir in deinem Wohnheimzimmer und du hast auf deinem Achtspurgerät irgendwas laufen lassen, das total nach MORBID ANGEL geklungen hat, und ich war total geflasht. Ich habe damals noch in einer anderen Band gespielt, da warst du mal mit und unser damaliger Drummer meinte: „Du spielst auch Schlagzeug? Dann mach doch mal!“ Dann hat Christof sich ans Schlagzeug gesetzt und losgebrezelt, da ist unser Drummer blass geworden.
Christof: Das weiß ich nicht mehr. Bist du sicher, dass du das nicht geträumt hast?
Klaus: Wir haben dann in Krefeld in einem Haus gewohnt und da wurde einfach gemacht.
Christof: Na ja, ich musste dich schon belatschern und überreden und erst mal wecken und ständig nerven und so.
Klaus: Passiert.
Christof: Und so ging das ja bis 2011, bis du endlich ausgestiegen bist. [Alle lachen.]
Also doch der Bandorganisator. Aber das heißt, du hast damals einfach für dich selbst Drums aufgenommen?
Christof: Nachdem ich 1996 studienbedingt meine alte Band verlassen hatte, habe ich zu meinem eigenen Schlagzeug mit Samples gearbeitet, allerdings mit einem analogen Achtspurgerät. Und zwei Jahre später sind wir uns ja schon über den Weg gelaufen. Ja, da hatte ich schon Schlagzeugspuren aufgenommen und die Gitarre kam erst danach dazu. Und erst so nach zwei Jahren haben wir auch mal was im Proberaum erjammt.
Klaus: Ja, das Schlagzeug war eigentlich schon fertig und dann wurde einfach geschaut, was man darauf machen kann. Das war so die Arbeitsweise. Und du hattest die Texte auch schon im Kopf, oder?
Christof: Nee, ganz am Anfang waren Texte nur Mittel zum Zweck. Dementsprechend bescheuert sind die auch, die allerersten. Dann gab es aber auch für den einen oder anderen positives Feedback. Zum Texten bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Und dann war das irgendwie so ein Ding bei JAKA, diese Texte. Und eine Zeit lang habe ich schon auf das Schlagzeug die Texte geschrieben, da gab es über die Jahre alle möglichen Herangehensweisen. Zwischendurch war auch die Musik schon fertig und dann kam erst der Text. Aber das Schlagzeug nimmt man ja eigentlich immer zuerst auf, dass war dann schon mal fertig. Auch als wir 2003 in professionelle Studios gingen, waren das ja noch Bänder, da schnitt man noch nicht dran herum. Dann kam irgendwann dieses Harddisk-Ding und das hat man dann so verwendet, dass man nur noch Versatzstücke aufgenommen hat und Spaß daran hatte, daraus was zu basteln. Das hat sich immer mehr ins Extrem gesteigert, die Technik hat echt Überhand genommen. Ich finde die letzten Alben tatsächlich am besten. Aber jetzt habe ich wieder Bock darauf, was wir wirklich ganz früher und auch nur sporadisch gemacht haben.
Klaus: Wir haben auch immer gut zusammen harmoniert. Wenn Christof am Schlagzeug sitzt, fallen mir direkt irgendwelche Sachen ein. Da habe ich auch wieder Bock drauf.
Jetzt bist du, Klaus, der Neue in der Band. Christof, wie hast du in der ganzen Zeit, mit den ganzen Besetzungswechseln, deine Mitmusiker ausgesucht?
Christof: Boah, da muss ich echt überlegen.
Klaus: Robert war ja immer schon da.
Christof: Nee, Robert hat Bony damals angeschleppt. Den Bachmann habe ich angeschleppt, das ist ein alter Kollege aus meiner Jugend in Gummersbach. Den Bony hast du angeschleppt, Klaus. Also, ich habe eigentlich keinen aktiv gesucht oder ausgesucht oder so, das ist einfach alles immer so gekommen, wie vieles andere auch. Auch, wenn Leute ausstiegen. Ich glaube, beim Schaffrath kann man schon davon sprechen, dass Bony den rauskomplimentiert hat. Ansonsten haben alle, die irgendwann ausgestiegen sind, einfach gesagt: So, jetzt haben wir keinen Bock mehr. Und da ist auch keiner sauer. Da dachte ich immer, okay, das gibt einen neuen Energieschub, mal was Neues ist ja auch gut.
Klaus: Bei uns kam irgendwann der Punkt mit der Komplettauflösung, wo wir gesagt haben: Ja, jetzt mal was anderes. Ich habe dann sechs Jahre bei ONKEL TOM gespielt, was aber mit Corona auch hinfällig war.
Christof: Bony ist ja zu PÖBEL & GESOCKS gegangen. Ich weiß nicht, was da kaputt war, dass ihr alle zu so Saufbands gegangen seid.
Klaus: Wir wollten mal wieder was Einfaches machen. War auch ’ne schöne Zeit, aber irgendwann kommt man halt wieder zurück ...
... zu den Wurzeln. Christof, du schreibst zwar alle Texte, singst aber eigentlich nicht. Hat man dann nicht schon im Kopf, wie was gesungen werden muss, und ist das nicht total nervig für die Sänger?
Christof: Gesang ist es ja so erst mal nicht, wir sind ja im Grunz-, Schrei- und Shout-Bereich. Aber was die Silbenverteilung und auch die Betonung von Silben angeht, das spreche ich ein und danach überlasse ich das schon den Sängern. Ganz am Anfang habe ich ja gesungen. Wo es mir andersherum schwerfällt, das nicht selbst zu machen, ist, wenn die Inhalte doch etwas persönlicher sind. Aber von den Sängern hat sich nie einer beschwert.
Klaus: Am Anfang hast du auch viel selbst gemacht.
Live auch?
Christof: Nee, live war immer schon eine andere Nummer, weil Schlagzeug und Gesang, das geht bei unserer Musik nicht.
Du hattest aber auch nie das Bedürfnis, das alles selbst zu singen?
Christof: Ich finde auch nicht, dass ich das gut kann, andere Stimmen sind schon besser. Das ist auch das, warum ich die letzten Alben am besten finde: Christian Markwald hat schon eine super Stimme und Anselm hat ja auch ein paar Stimmen anzubieten. Ich war nie ein Fan von meiner eigenen Stimme, auch nicht von Bonys. Ich habe mich auch immer gewundert, wer sich das anhört. Für mich war das immer ein DIE GOLDENEN ZITRONEN-Phänomen: Inhaltlich total interessant, Attitüde stimmt, aber eigentlich nicht hörbar. Das ist eigentlich das größte Wunder, dass es uns immer noch gibt, und egal, wo wir hinfahren, in leeren Läden spielen wir nie. Meistens ist es sogar richtig gut. Da kommen mittlerweile Kinder von Fans, die gar nicht mehr unter uns sind.
Eure Texte sind ja schon eher „bissig“ vielleicht? Bemerkst du an dir selbst nicht auch, dass du altersmilde wirst und dir das abhanden kommt?
Christof: Die Texte gehören auf jeden Fall dazu und da wird es auch immer noch weiter etwas zu sagen und zu verarbeiten geben. Ich will einfach ein Spielzeug haben und etwas basteln.
Die Menschheit ändert sich nicht, also wird der Fundus sich auch nicht verkleinern. Dadurch bleiben die Texte ja permanent aktuell.
Christof: Wahrscheinlich wurden im alten Babylon auch schon ähnliche Themen bearbeitet.
Läuft man nicht Gefahr, sich zu wiederholen?
Christof: Ja, sicher. Und zwar nicht nur sich zu wiederholen, sondern auch das zu wiederholen, was TON, STEINE, SCHERBEN und Rolf Dieter Brinkmann und auch Leute aus anderen Ländern schon durch haben.
Klaus: Was aber auch nicht schlimm ist, weil man irgendwann einfach eine Position für sich gefunden hat und das Rad auch nicht neu erfindet.
Christof: Es geht ja auch nicht nur um den blanken Inhalt, es geht ja auch um unvorhergesehene Reime oder Assoziationen. Die Musik, die wir spielen, haben wir ja auch nicht neu erfunden. Es ist eigentlich die Mischung, die uns speziell macht.
Ihr habt jetzt schon das zweite Album mit neu aufgenommenen Songs veröffentlicht. Das scheint auch so ein JAKA-Ding zu sein, Songs später verbessern oder erneuern zu wollen. Gibt es Songs, mit denen ihr zu 100% zufrieden seid?
Christof: Ja, gibt es auch, ganz wenige. Zum Beispiel „Zieh die Jacke falschrum an“. Es wurde immer einfach aufgenommen und, das ist eigentlich der Anlass für die beiden „Back To Ze Roots“-Alben, dass man diese Juwelen, die da aus Versehen entstanden sind, doch noch mal in schön aufnimmt. Manchmal ist aber das Original charmanter, kann ja auch passieren. Die charmantesten Aufnahmen haben wir eigentlich zu zweit gemacht, 1998/99, mit ganz wenig Möglichkeiten. Zuletzt waren wir auf jeden Fall eine durchtechnisierte Progressive-Band.
Wie wählt ihr die Stücke aus, die ihr neu aufnehmt? Nach Verbesserungsfähigkeit?
Christof: Wenn die Stücke in ihrer Urversion etwa einen bekackten Gesang haben, wie bei diesem ganzen Split-Material, dass man das noch mal in schön hat, mit einem guten Sänger. Dann gute musikalische Ideen oder besonders gelungene Texte, das sind eigentlich die beiden Kriterien.
Klaus: Wer singt denn jetzt bei „[Ich habe keinen] Körper“, ist das Anselm?
Christof: Nein, das ist ein Brasilianer.
Wie bist du auf den gekommen?
Christof: Der hat sich als Fan bei uns gemeldet, ich weiß aber gar nicht mehr, was genau der Anlass war. Ich wusste auch, dass er in einer Metalband singt. Der kann ja gar kein Deutsch, ich habe ihm das dann ganz langsam eingesprochen. Ich finde so Ideen immer gut, einfach Leute zu fragen, ob sie Gastvocals machen.
Du hast für das Album auch Texte umgeschrieben, warum und in welche Richtung?
Christof: Das betrifft zweieinhalb Texte. Bei „Fertigmensch“ habe ich ein paar Sachen einfach in die Jetztzeit geholt. Bei den anderen beiden Stücken habe ich die Texte komplett neu geschrieben, weil die aus einer Zeit sind, wo einfach irgendwas dahin gesungen wurde, das war einfach nicht gut. Ich hatte ein paar aktuelle Sachen in meinem Zettelkästchen, damit wurde einfach ein neuer Text daraus.
Du hast in unserem letzten Interview gesagt: „Wir verkneifen uns vieles nicht, was wir uns im Nachhinein besser verkniffen hätten.“ Zum Beispiel?
Christof: Zum Beispiel alles, was man gerade aufgenommen hat, unbedingt auf eine Platte zu bringen. Egal, was man macht, man produziert sehr viel Schrott für ein paar Perlen. Das sehe ich auch bei anderen Leuten. Wäre ja auch schade, wenn man irgendwas aufgenommen hat und das einfach wegschmeißt. Also einige Texte, einige Stücke in den letzten Jahren würde ich gerne ungeschehen machen.
Hast du ein Beispiel?
Christof: Jede Menge, ich spreche von 80% der Sachen! „Du warst mein Ritalin“, das ist einfach peinlich.
Was inspiriert euch musikalisch?
Christof: Mit geht es nur darum, dass es möglichst bunt ist. Also Collage ist eben das JAKA-Ding.
Klaus: Was mich inspiriert, ist fehlende Fröhlichkeit. Die Sachen, die ich höre, sind meistens eher düster.
Was läuft denn im JAKA-Tourbus? Gibt es überhaupt einen?
Christof: Nee. Wir leihen uns schon mal einen Bus, aber eigentlich läuft da, wenn ich euch nichts diktiere, gar nichts. Also entweder läuft meine Mix-CD oder wir unterhalten uns.
Was ist auf deiner Mix-CD?
Christof: Alles. Ganz selten auch Metal.
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