PROJEKT SCHWARZ ROT

Foto© by Petra Rusch

Blind Date mit ...

Die auch unter der Kurzfassung PSR bekannte Band aus dem Münchner Umland gibt es seit über 35 Jahren. Sie treten seitdem kontinuierlich auf, wenn auch nicht so oft. Die letzte EP „Pathos“ erschien vor über 20 Jahren. Ich traf die Band vor einem Konzert in Nürnberg zu einem ausgesprochen lustigen Blind Date, bei dem sie auch etwas über ihre Zukunftspläne sagten.

DIRE STRAITS „Money for nothing“

Axel: Dingsda ... „My MTV“.
Eschi: Das sind DIRE STRAITS.
Axel: „Money for nothing“. Das Video war der Durchbruch auf MTV.
Eschi: Und das erste animierte.
Soweit ich weiß das allererste Video, das auf MTV bei uns gezeigt wurde.
Axel: Ich glaube, sie mussten fürs Radio noch umtexten, weil irgendwas nicht in Ordnung war.
Man hat Mark Knopfler damals Homophobie vorgeworfen, was völliger Blödsinn war – die Leute haben den Text nicht verstanden.
Axel: Stimmt, der spielte damals mit Stereotypen. Es war auch völlig ominös – alle Songs auf Vinyl waren kürzer als die auf CD, die damals das neue Ding war.

DANZIG „Fever“
Eschi: „It’s a kind of magic“, QUEEN?
Günter: Nein, das ist „Fever“. Aber nicht Elvis Presley.
Eschi: Mike Ness?
Nein.
Günter: Stimmt, der hat auch ein Lied von ihm gecovert.
Die Bands von dem Sänger kennt jeder, der Punk hört. Die erste hat 1977 angefangen.
Eschi: Aber nicht DANZIG, oder? Verdammt schwer, ich bin auch nur über die MISFITS auf den gekommen.

SLIME „Ebbe und Flut zwei“
Eschi: Kommt mir bekannt vor. DIE TOTEN HOSEN-mäßig. Aber ich warte mal auf die Stimme.
Axel: SLIME mit Tex, dem neuen Sänger.
Eschi: Der Sänger wohnt in der Nähe, wo ich geboren bin, ist ein wahnsinniger Fan von uns und war früher auf jedem PSR-Konzert. Der kann alle PROJEKT SCHWARZ ROT-Songs auf der Gitarre spielen. Mit dem habe ich viele Geburtstage gefeiert. Und letztens mal im Backstage getroffen.

G.B.H. „City baby attacked by rats“
Eschi: Oh mein Gott ... UK SUBS?
Günter: Ich weiß es! G.B.H.! Die habe ich hier in Nürnberg mal gesehen. Das ist schon ewig her.

Celine feat. Paula Hartmann „3 Sekunden“
Günter: Das kenne ich – irgendwas mit „Minuten“.
Nein, mit „Sekunden“ ...
Günter: Ein Duett, das singen zwei.
Eschi: Ach, das ist die Blonde. Die war auch im Fernsehen bei „Tauschkonzert“.
Günter: Wie heißt die? Darf ich auf meinem Handy nachschauen?
Eschi: Arielle, haha?
Günter: Ach ja, Paula Hartmann. „3 Sekunden“ heißt das Lied und das ist das einzige gute von ihr.
Nein, sie erzählt total tolle, melancholische Geschichten, die ich aus welchem Grund auch immer fühle.
Günter: Ist die andere Nina Chuba?
Nein. Celine heißt sie.
Günter: Das Lied ist einfach gut, weil es gegen diese ganze „geile Männerwelt“ ist, gegen diese Übergriffigkeit, sie singt zum Beispiel von der „zufälligen Berührung“ von Männern in der U-Bahn, die Mädchen und junge Frauen erleben müssen, was ich mir gut vorstellen kann.

BAD RELIGION „The approach“
Eschi: Hört sich sehr deutsch an, warten wir mal auf den Gesang.
Axel: BAD RELIGION. Den Song kann ich dir nicht sagen, das klingt ja alles gleich.
Günter: Das könnte von der ersten sein, und von der letzten.
Von der letzten: „Age Of Unreason“.
Eschi: Wobei „No Control“ und „Suffer“ schon geile Platten sind.
Axel: Ich komme noch auf den Titel, ich höre die neuen auch noch. Alle in meinem Umfeld nerve ich damit, aber ich höre sie mir gerne an. Ich komme aber nicht drauf.
„The approach“. Brian Baker hat mir im Interview gesagt, dass Bands, die immer ihren alten Stiefel machen und nichts Neues veröffentlichen, das „RAMONES-Syndrom“ haben. Wie seht ihr das? Im Gegensatz dazu machen BAD RELIGION ja immer noch was Neues.
Eschi: Die RAMONES haben Geschichte geschrieben.
Axel: Ich habe die Frage nicht verstanden, ich bin schwerhörig. Nein, dass wir lange nichts Neues gemacht haben, liegt vor allem daran, dass wir Wechsel in der Band hatten und wir auch faul sind.
Vor zehn Jahren hast du im Ox gesagt, 2016 kommt eine neue Platte.
Axel: Ich weiß. Wir hatten damals acht Songs, von denen vier verloren gingen und wir vier nicht geil fanden. Deshalb sind alle begraben worden. Eins spielen wir aber noch, bei dem ich mir den Text nicht merken kann. Und ja, es war eine Zeit lang textlich Flaute. Ich wusste auch nicht, über was ich eigentlich Texte schreiben kann, weil wir noch nie tagespolitische Songs gemacht haben.
Ritz: Darf ich dich mal zitieren: „Die Welt ist wieder abgefuckt genug, so dass man wieder gute Punksongs schreiben kann.“
Axel: Ja, das habe ich gesagt. Tagespolitisch ist aber nicht unser Ding. Das machen andere schon sehr gut.
Kommt denn mal was Neues raus?
Axel: Zwei Songs sind in der Warteschleife, die wir wegen der Konzertproben verschieben mussten. Hinzu kommt, dass wir jetzt mit zwei Gitarren arbeiten müssen, weil Günter wieder voll dabei ist. Das ist was Neues für uns.
Ritz: Man muss sich untereinander abstimmen. Es soll schon der typische PSR-Sound bleiben, aber es sollen nicht beide Gitarren immer das Gleiche spielen, was mehr Abwechslung und mehr Volumen hat.
Axel, du hast damals gesagt: „Man hat es ja nicht mehr so eilig in dem Alter.“
Eschi: Haha, vor zehn Jahren!
Ritz: Das ist komisch: man hat weniger Zeit und wird noch langsamer.

...BUT ALIVE „Korrekt“
Alle: ...B1UT ALIVE!
Eschi: „Korrekt“ von der ersten.
Günter: Ich hab letztens einen Podcast mit Marcus Wiebusch gehört, der war sehr interessant.
Für mich ist ein Jugendheld gestorben. Es kam raus, dass er ein ganz normaler Mensch ist. Kein Held.
Axel: Wir brauchen keine Helden.

MOBINA GALORE „Dig myself out“
Eschi: Das könnte Brody Dalle sein.
Nein.
Eschi: BAMBIX?
Nein.
Günter: Von denen habe ich mir die letzte Zeit viele Lieder angehört, auf den Namen komme ich aber nicht. Es sind zwei Frauen aus Amerika.
Eschi: Ich hätte TOY DOLLS gedacht.
Ritz: Quatsch. Das ist eine Frau, die da singt.
Eschi: Bei TOY DOLLS auch. Das ist eine Frauenband.
Erster Buchstabe ist ein „M“.
Günter: Ach ja, MOBINA GALORE, danke für den Tipp.

BLUEKILLA „One minit Ska“
Eschi: Die Münchner Ska-Band. BE NUTS? Nein, BLUEKILLA!
Axel: Mit denen haben wir mal in einer Turnhalle gespielt.
Eschi: Und im Feierwerk.
Axel: Aber noch mit dem alten Sänger. Der hatte Haare, dann kam der andere, der eine Glatze hat.
Günter: Die haben auch auf den ersten Chiemsee Reggae Summer Festivals gespielt.

TURBOSTAAT „33 Tage“
Günter: BOXHAMSTERS? DUESENJAEGER?
Eschi: Ich hätte fast SPORTFREUNDE STILLER gesagt.

EA80 „Titel 1“
Günter: EA80.
Eschi: Wie heißt das Lied?
Keine Ahnung. Es war auf einer von sieben Singles, die dann auf eine LP gepresst wurden. Die Texte sind innen im Innersleeve abgedruckt, so dass man es aufreißen müsste, um den Song zu identifizieren. Auf jeden Fall singen sie, dass sie hoffen zu erkennen, wann es Zeit ist aufzuhören.
Axel: Wieder so eine provokante Bild-Zeitungs-Frage.
Nein. Es kam jetzt erst noch eine neue LP raus und nächste Woche ist Konzert.
Axel: Solange man auf zwei Beinen steht, geht’s weiter.
Es geht doch auch im Sitzen.
Eschi: Stimmt. Und für den Schlagzeuger ist sitzen eh der Wahnsinn.

RUSH „The spirit of radio“
Axel: Eine Metalband. Oh, das ist wirklich sehr Oldschool.
Eschi: Das war bei der „Sportschau“. TWISTED SISTER?
Axel: Die hab ich auch daheim. Ziemlich schwarzes Cover.
Eschi: STATUS QUO? MARILLION?
Axel: Ich kann zumindest die Geschichte dazu erzählen. Auf dem Live-Album wurde der Bass so schlecht gespielt, dass sie ihn noch mal komplett im Studio eingespielt haben. Ich komme trotzdem nicht auf den Namen.
RUSH.
Axel: Oh, da habe ich mich getäuscht. Die Nummer klingt aber genauso wie die, die mir nicht mehr eingefallen ist.
Also haben sie den Bass nicht noch mal eingespielt.
Axel: Im Zweifelsfall können wir es einfach mal unterstellen.

TON STEINE SCHERBEN „S.N.A.F.T.“
Günter: TON STEINE SCHERBEN.
Axel: Ja. „S.N.A.F.T.“.
Spielt ihr das heute?
Eschi: Nein, haben wir aber mal.
Axel: Ja, sogar auf einem Album.
Ritz: Das würde ich tatsächlich gerne mal spielen.
Axel: Es ist ganz einfach. Es hat nur komische Wechsel, es switcht im Refrain von Dur auf Moll.
Warum habt ihr ein Lied von der „IV“ aufgenommen, die eher komisch ist und kein Knaller wie „Keine Macht für Niemand“?
Axel: Mir hat die Platte schon immer gefallen, obwohl da auch sehr seltsame Songs drauf sind. Allerdings ist die Platte scheiße aufgenommen.

NOFX „The idiots are taking over“
Ritz: NOFX. Von der „War On Errorism“. „The idiots are taking over“. Das wurde damals für Präsident Bush geschrieben und ist heute aktueller denn je.
Eschi: Wie aus der Pistole geschossen. Ihr habt euch vorher wohl abgesprochen.

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