ROKETS

Foto© by Mika Paananen

Eine gute Wahl

ROKETS (ohne „THE“ und ohne C) sind aus Helsinki, 2019 kam die „Speed & Sound“-EP und dann das „Fast Times“-Debütalbum. Mit „Bad Choices“ ist nun auf Svart Records das zweite Album raus von Sami Mustonen (voc), Sakke Väntinen (gt), Elias Laurila (gt), Lauri Lyytinen (bs) und Otto Bigler (dr). Sami erklärt uns, wie das alles kam.

Wie ging das los mit euch?

Wir sind aus Helsinki, Finnland. Wir spielen Rock’n’Roll und haben 2017 damit angefangen. Die Band wurde von Sakke, Jaani und Georgios gegründet, da sie unbändige Lust hatten, schnelle Rockmusik zu spielen. Jaani fragte mich, ob ich den Gesang übernehmen wolle, und ich war dabei. Wir wollten etwas in Richtung THE HELLACOPTERS und MOTÖRHEAD machen. Ich glaube, im Laufe der Jahre sind auch einige Heavy-Metal-Elemente dazugekommen. Es gab mittlerweile einige Besetzungswechsel, aber die bewährte Rocker-Truppe besteht jetzt aus Sakke, Elias, Lauri, Otto Bigler sowie mir.

Corey Hart sang einmal „I wear my sunglasses at night“. Nun, 60% eurer Band könnten das mitsingen, wenn man eure Pressefotos betrachtet ...
60% von uns geben sich wohl gerne ein bisschen geheimnisvoll. Vielleicht ist es auch die große Anspannung bei Fotoshootings, die einen dazu bringt, sich hinter einer dunklen Brille zu verstecken. Es sieht natürlich auch irgendwie cool aus.

Wo habt ihr diese Fotos gemacht? Es sieht alles ziemlich finster aus ... Helsinki im Winter?
Das war in Vallila in Helsinki. Ein Viertel mit ein paar nettenVeranstaltungsorten, Brauhäusern, Clubs und auch Proberäumen in der Nähe. Es war Dezember und es war unglaublich kalt, nahezu eisig. Natürlich ist es in dieser Jahreszeit in Finnland auch immer stockdunkel. Es wäre schöner gewesen, die Fotos drinnen zu machen, aber ich finde, sie sind trotzdem toll geworden. Unser guter Freund Mika Paananen kann echt mit der Kamera umgehen. Danke, Kumpel!

Wie sieht es aktuell mit der Musikszene in Helsinki aus?
Die Szene hier ist ganz okay! Es gibt viele neue und viele alte Bands und einige gute Veranstaltungsorte mit vielen Gigs pro Woche. Besonders schön ist, dass viele davon auch offen sind für Newcomer, die dort ihre ersten Shows spielen können, die in der Regel auch gut besucht sind. DIY-Spots, Skateparks, Motorradclubs, private Veranstaltungsorte, was auch immer, wir haben es. Helsinki rockt definitiv noch und der Underground brodelt!

Die Geschichte des Rock’n’Roll ist gespickt mit schlechten Entscheidungen ... Was habt ihr bisher für gute oder schlechte Entscheidungen getroffen?
Den Rock’n’Roll-Lifestyle nicht zu ernst zu nehmen, war für uns wahrscheinlich eine gute Entscheidung. Wir sind alle Teil der Working Class oder arbeitslos oder irgendwas dazwischen. Wir sind mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Wir sind einfach ein paar nette Typen, die gerne Bier trinken und lachen. Schlechte Entscheidungen? Verdammt, davon gab es in meinem Leben auch eine Menge, aber ich glaube, ich habe daraus gelernt, so dass das jetzt nicht mehr so oft vorkommt. Einem Album den Titel „Bad Choices“ zu geben, ist meiner bescheidenen Meinung nach allerdings eine gute Entscheidung.

Wann und warum ist das C aus eurem Namen verschwunden ...?
Wir wollten etwas Kurzes und Prägnantes als Bandnamen. Ein Wort, das sofort einen Eindruck von der Musik vermittelt. Aber „Rockets“ klang uns dann zu klischeehaft und da wir so schlichte Typen sind, wollten wir es so machen wie finnischen Urväter des Pubrock, HURRIGANES, die einen großartigen, falsch geschriebenen Bandnamen haben – und so waren ROKETS geboren!

Ihr habt euer erstes Album mit Robert Pehrsson in Stockholm im Studio Humbucker aufgenommen. Warum er, warum Stockholm?
„Bad Choices“ wurde von unserem Gitarristen/Songwriter Sakke in seinem Studio Rock Alley in Hamina hier in Finnland aufgenommen und abgemischt. Aber mit unserem Debütalbum „Fast Times“ waren wir bei Robert Pehrsson. Damals hatten wir überlegt, ob wir das Album in Finnland oder Schweden aufnehmen sollten. Jaani fand die Idee, ins Ausland zu gehen, gut, und ich bin froh, dass er uns dazu überredet hat, denn Robert hat einen fantastischen Job gemacht. Wir hatten eine großartige Woche mit ihm in Stockholm und ich glaube, das hat uns dort auch einige Türen geöffnet oder zumindest unsere Musik ein bisschen bekannter gemacht. Seitdem haben wir auch öfter Konzerte in Schweden. Robert hat in einigen großartigen Bands gespielt, die wir sehr mögen, zum Beispiel ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER, DEATH BREATH, DUNDERTÅGET oder IMPERIAL STATE ELECTRIC, und er schien unser Material auch zu mögen, also dachten wir, dass es von seinen Erfahrungen hinsichtlich Aufnehmen, Abmischen und Rocken sicher nur profitieren kann.

Ich war letzte Woche auf einem HELLACOPTERS-Konzert und sie waren fantastisch. Nun, Zeit für ein bisschen Namedropping: Welche Bands und Alben haben eure Musik geprägt?
HELLACOPTERS haben uns definitiv stark beeinflusst, das kann ich nicht leugnen. Zu meinen Lieblingsplatten gehören außerdem „Bomber“ von MOTÖRHEAD, „Rock And Roll All Night Long“ von HURRIGANES, alles von SONIC’S RENDEZVOUS BAND, „Back In The USA“ von MC5, das selbstbetitelte Album von ALWARI TUOHITORVI, „Fun House“ von THE STOOGES, „Scorpio’s Dance“ von SHOCKING BLUES und David Bowies „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“, um nur einige zu nennen.

Was bedeutet für dich der Begriff „Action-Rock“?
Mir ist es egal, ob man unsere Musik Action-Rock oder sonst wie nennt, macht es, wie ihr wollt, wir nehmen euch das nicht übel! Letztendlich sind wir „just a rock’n’roll band“, vielleicht sollte unser Genre „Just-Rock“ heißen!

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