© by Kilian SchloempNach über zwei Jahrzehnten ist Schluss mit Sulatron Records, David stellt sein Label ein, mit dem er sich bevorzugt spacig-psychedelischen Bands widmete, siehe SUN DIAL oder FARFLUNG, oder seiner eigenen, SULA BASSANA.
Was ist passiert, wie geht es in Sachen Musik für dich weiter?
Ich hatte einen schweren Herzinfarkt und hätte beinahe das Zeitliche gesegnet. Darum habe ich beschlossen, mein Leben zu ändern, sowie das Label und den Online-Shop einzustellen. Zu viel Stress für zu wenig Geld. Nun muss ich sehen, dass ich meine Lager noch etwas leere, deshalb hab ich massig Sonderangebote im Shop. Ende des Jahres, etwa zu Weihnachten, gehe ich dann offline. Mit Konzerten meiner Bands, also SULA BASSANA, ZONE SIX und MINERALL, werde ich mich auch etwas zurückhalten, nur noch gut bezahlte und stressfreie Angebote annehmen oder an Orten spielen, an denen ich unbedingt spielen mag. Ich will auch wieder mehr Musik zu Hause aufnehmen und alte Aufnahmen fertigstellen. Ich bin gerade dabei, das neue INTERKOSMOS-Album fertig zu machen, das wir vor einigen Jahren eingespielt hatten. Yeah!
Was waren die Höhepunkte des Labelmachens, welche schönen Erlebnisse und Freundschaften verbindest du damit?
Persönliche Highlights waren die Veröffentlichungen von meinen Neo-Psychedelic-Idolen SUN DIAL, sogar der angenehme Schriftverkehr mit denen. Da hat sich eine richtige Freundschaft ergeben. Da bin ich richtig stolz drauf, deren Alben veröffentlicht haben zu dürfen. Wie die gerade erst erschienene Nachpressung ihres letzten Albums „Messages From The Mothership“ als 150er-Auflage auf schwerem, superbuntem Vinyl! Der letzte Release meines Labels. Jetzt kommt nichts mehr. Oder die beiden Platten meiner US-Spacerock-Heroes FARFLUNG. Überhaupt gab es viele tolle Begegnungen und Momente. Und dass ich es geschafft hatte, Bands aus anderen Ländern veröffentlichen zu können, nicht aus vielen europäischen, sondern auch Bands wie FARFLUNG, THTX, DEEP SPACE aus den USA, POLSKA RADIO ONE aus Russland oder MINAMI DEUTSCH aus Japan.
Welche Erkenntnisse, Einsichten und Tipps für das DIY-Labelmachen möchtest du an andere weitergeben?
Es waren schöne und erlebnisreiche 21 Jahre. Aber auch entbehrungsreiche. Es ist irrsinnig viel Arbeit, die Promotion, die Kundenbetreuung, die Bandkontakte, das Fertigstellen der Tonträger und Cover, das Packen und Verschicken, die Büroarbeit, Steuern ... und seit Corona ging alles den Bach runter. Zumindest bei so kleinen Nischenlabels wie meinem. Und ich hatte zu wenige Bands, die oft live gespielt haben, was total wichtig ist, um die Verkäufe am Laufen zu halten. Ich werde jetzt die letzten zehn Jahre vor der Rente – wenn sie denn bei 67 bleibt, hahaha – versuchen, nur noch einen leichten Halbtagsjob auszuführen. Ich fühle mich einfach komplett geschrottet. Nicht gerade aufbauende Worte, wa?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #101 April/Mai 2012 und Thomas Neumann
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