TRIXSI

Foto© by Lucja Romanowska

Unser Debütalbum

In dem von einem Virus überschatteten Musikjahr 2020 sorgen TRIXSI mit ihrem Debüt „Frau Gott“ für ein Highlight. Die Hamburger Kombo mit Musikern von FINDUS, JUPITER JONES, HERRENMAGAZIN und LOVE A wird schon als Supergroup gehandelt. Wir sprechen mit Gitarrist Torben über die Band und ihren Plan, der eigentlich gar kein Plan ist.

Gibt es ein schlechteres Jahr, um ein Debütalbum rauszubringen, als 2020?

Haha. Schön dass das jemand so deutlich sagt! Das haben wir uns auch schon gefragt. Aber es gefällt mir, dass das so gut zu TRIXSI passt. Wir hatten ja gar nicht vor, ein Album zu machen, und das mit Glitterhouse Records hat sich eher zufällig ergeben. Dass jetzt doch ein Album kommt und wir Zeit hätten, Konzerte zu spielen, wenn gerade nichts aufhat, ist so richtig TRIXSI-mäßig. Nicht mal eine Releaseparty gibt es. Beim Zoom-Meeting anzustoßen ist schon ein kleines Trauerspiel. Aber die Platte kommt und das ist gut! Es fühlt sich trotzdem schön an.

Hattet ihr nicht Skepsis, euch einen Sänger auszusuchen, der bereits in zwei aktiven Bands spielt?
Als Paul und ich TRIXSI gegründet haben, gab es ­HERRENMAGAZIN zwar noch, aber es wurde stiller um sie. Paul, der ja sonst Bass gespielt hat, saß dann plötzlich am Schlagzeug, da kam sowieso erstmal Skepsis auf. Bei den ersten Songideen wussten wir irgendwie direkt, dass wir Jörkk als Sänger wollen. Ihn jetzt dabeizuhaben, ist einfach großartig. Er saugt die Stimmung eines Liedes, während wir spielen, in sich auf und fängt wie ein Irrer an, in sein Büchlein zu schreiben. Wenn er das Lied fühlt, dauert das keine zehn Minuten. Das ist unglaublich.

Ist das eine typische Bandprobe? Ihr spielt und er sitzt mit seinem Notizblock da und schreibt Texte?
Genau, das beschreibt es ganz gut. Wir treffen uns erstmal, trinken zwei Stunden Bier und dann proben wir irgendwann los. Wenn Jörkk das gefällt, was man ziemlich schnell merkt, dann fängt er an, in dieses Buch zu kritzeln. Und dann ist ein Song da.

Glaubst du, es ist das Erfolgsgeheimnis der Band, dass alles nicht so geplant war?
Ja, das denke ich schon. Ich will die anderen Bands überhaupt nicht schlecht reden, aber nach dem dritten oder vierten Album wird alles gewissermaßen zu einem Kompromiss, weil sich jeder weiterentwickelt. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich habe etwas die Spontanität verloren, weil ich hier und da mal zurückstecken musste. Man verliert die Naivität, was die Musik betrifft. Diese Naivität habe ich bei TRIXSI wieder ganz neu entdeckt.

Du meinst eine Leichtigkeit der Musik in Bezug auf den Entstehungsprozess?
Ja, genau! Es ist nicht groß durchdacht, sondern wird einfach gemacht. Wir wären manchmal gerne anders und ich denke, das hört man auch zwischendurch. Wenn man „7 oder 9“ hört, merkt man, dass es ein naives und bescheuertes Proberaumlied ist, das auch Fünfzehnjährige schrei­ben könnten, aber am Ende machen wir einen auf MOTORPSYCHO. Eigentlich wollten wir auch eine schnelle Punkrock-Band werden, aber das können wir nicht. Haha!