
Auch wenn man zu Verschwörungserzählungen im Allgemeinen Abstand bewahren sollte, so unterhalten uns Geschichten dieser Art in Filmen und Serien doch immer wieder. Die geheime Verschwörung, das unsichtbare Böse, die verbotenen Experimente, oft genug sind sie spannende Stilelemente. Auch die zwölf Songs auf dem Debütalbum der US-Extrem-Metal-Band WILTWITHER beschäftigen sich mit so einem Szenario und so wird ein Durchlauf des Albums zu einem Kopfkinoerlebnis, wie Sänger Nick Rendelman weiß.
Euer Album „Pure Light“ hat ein sehr interessantes Konzept, kannst du uns kurz zusammenfassen, welche Idee dahintersteckt?
„Pure Light“ ist die Geschichte einer Gruppentherapie. Ohne dass es die Teilnehmer wissen, wird ihnen ein experimentelles Medikament verabreicht, mit dem telepathische Kommunikation getestet werden soll. Im Laufe der Therapiesitzungen beginnen sie, ihre Erfahrungen und Gefühle mental aufeinander zu projizieren, und je mehr sie miteinander teilen, desto weniger Kontrolle haben sie über sich selbst.
Die Idee hinter dem Album klingt fast wie ein ein Drehbuch, wurdest du von Fernsehserien und Filmen beeinflusst? Inwiefern lässt sich so was von einem visuellen in ein akustisches Medium wie ein Album übertragen?
Fernsehen und Filme haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wir uns unsere Musik vorstellen. Ich bin ein großer Filmfan und liebe es, Kino und Fernsehsendungen zu analysieren, wenn ich Texte schreibe, um Inspiration für Storys und Handlungsideen zu finden. Ich finde es wirklich wichtig, sich von so vielen Kunstformen wie möglich anregen zu lassen! Auch reale Ereignisse waren beim Schreiben dieses Albums von grundlegender Bedeutung, da jeder Song in direktem Zusammenhang mit persönlichen Erfahrungen steht, die ich oder andere Bandmitglieder gemacht haben.
Ich finde, dass „Pure Light“ am besten als Ganzes funktioniert. Was allerdings nicht der Art entspricht, wie Musik heute zumeist konsumiert wird. Wie denkst du darüber und bist du eher der „Vollalbum-Typ“ oder hörst du lieber Singles und Playlists?
Ich bin ein großer Fan von richtigen Alben, aber ich stimme zu, dass Kunst heutzutage oft individualistisch und standardisiert behandelt wird, da viele Menschen Singles gegenüber Alben bevorzugen. Deshalb war der erste Schritt für uns, mit diesem Album, ein vollständiges und in sich geschlossenes Werk zu schaffen. Da es sich um unser Debüt und nicht um irgendeine beliebige EP handelt, wollten wir, dass die Leute sich die Zeit nehmen, sich hinzusetzen und in die Welt einzutauchen, die wir hier geschaffen haben.
Mir gefallen die Zwischenspiele– Akt I, II, III –, weil sie das Album zusammenhalten und das Konzept lebendiger machen. War das eure Absicht?
Auf jeden Fall! Die Acts sind die wahrhaftigste Form der Geschichte auf dem gesamten Album, erzählt von der Moderatorin, die die Gruppensitzung leitet.
Stellt dir vor, „Pure Light“ würde als TV-Serie adaptiert, wen würdest du gern als Hauptdarsteller besetzen?
Ich weiß ganz sicher, dass wir eine vielfältige Besetzung lieben würden, ein großes Lob an einige unserer derzeitigen Lieblingsschauspieler wie Brian Tyree Henry, Hunter Schafer, Ayo Edebiri und Hamish Linklater!
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Dennis Müller
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Rodney Fuchs