WITHIN DESTRUCTION

Foto© by Sumerian Records

Fernost aus Slowenien

Auf ihrem neuen Album „Animetal“ verlässt die slowenische Band ihre Heimat, um in die Welt eines Animes abzutauchen. Wir sprechen mit Frontmann Rok über diese wie jene Welt.

Euer neues Album „Animetal“ verlässt die reale Welt und betritt einen Anime. Wie kommt es, dass ihr jetzt in ein neues Universum voranschreitet?

Wir wollten die Band immer in eine Richtung bewegen, die uns von der Industrie abhebt. Wir wollten auch ein Image und einen Sound etablieren, die einzigartiger und authentischer sind als das, was wir bisher hatten. Da die meisten von uns Gamer, Anime- und ganz allgemein Popkultur-Fans sind, war es nur logisch, dies auch in unsere Musik einfließen zu lassen.

Hast du einen Lieblingsanime?
„Deathnote“. Das war der erste „richtige Anime“, den ich gesehen habe. Er hat mich sofort gefesselt und mein Interesse an dieser Art von japanischen Zeichentrickfilmen geweckt. Meiner Meinung nach hat er mit die besten Inhalte, Storytelling und Charakterentwicklungen des Genres. Er war auch eine künstlerische Inspiration für den Visualizer von „Harakiri“, einem Song von unserem Album „Yokai“.

Wenn du dich jetzt entscheiden könntest, würdest du nach Japan ziehen oder lieber in Slowenien bleiben?
Es ist ungefähr 50/50. So sehr ich Japan auch liebe und in Erwägung ziehen würde, für immer dort zu leben, habe ich das Land bisher nur sozusagen als „Flitterwochen“ erlebt. Das heißt, ich bin nie lange genug geblieben, um den Hype des Kulturschocks zu überwinden und das alltägliche Leben und auch die negativen Seiten kennen zu lernen. Außerdem passt Slowenien auch gut zu meinem Lebensstil, so dass es ziemlich schwer zu sagen ist, ob ich zu 100% umziehen würde.

Apropos Slowenien: Das Land hat traditionell eine riesige Szene für Heavy Music jeder Couleur, obwohl es selbst sehr klein ist und wahrhaftig nicht jeder den slowenischen Underground kennt. Ist das eurer Meinung nach eher ein Vorteil oder ein Nachteil für eine Band?
Ein Nachteil. Die Szene mag aus slowenischer Sicht „riesig“ erscheinen, aber im globalen Maßstab ist sie lächerlich klein. Eine aufstrebende Band kann innerhalb des Landes nicht erfolgreich werden und muss eine Menge Risiken eingehen – vor allem finanzieller Art und in Sachen beruflicher Sicherheit –, um vielleicht eine Chance zu haben, auf dem internationalen Markt Fuß fassen zu können und eine Karriere aufzubauen. Und 99% der Bands sind realistisch gesehen nicht in der Lage, solche Risiken einzugehen.

Wenn es ein Anime-Element gäbe, das du mit in die reale Welt nehmen könntest, welches wäre das?
Wahrscheinlich Reinkarnation oder Zeitreisen. Die Handlung schildert in der Regel das schreckliche Leben eines Protagonisten, der dann durch ein übernatürliches Ereignis als eine bessere Version von sich selbst wiedergeboren wird oder in der Zeit zurückreist und sein Leben mit allem inzwischen erworbenen Wissen noch einmal beginnen kann. Ziemlich allgemein, aber ich glaube, die meisten von uns stellen es sich romantisch vor, wie wir unser Leben ändern würden, wenn wir die Ereignisse der Vergangenheit noch einmal angehen könnten.

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