© by Solid State RecordsSänger und Gitarrist Steve Cobucci erklärt uns das Konzept hinter dem aktuellen Album „Wasteland“ der US-Band und warum sie trotz aktuelle Streaming-Hörgewohnheiten nicht auf Interludes verzichten wollten.
Kannst du uns erklären, welche Idee hinter „Wasteland“ steckt? Es scheint, als gäbe es einen größeren Gedanken dahinter.
Da gibt es viele Ebenen. Eine der Herausforderungen eines Konzeptalbums in der heutigen Zeit besteht darin, dass viele Menschen Singles und keine Alben konsumieren. Deshalb wollten wir diese Songs so schreiben, dass die Leute auch weiterhin einen einzelnen Song hören können, ohne sich verloren oder verwirrt zu fühlen, was die Botschaft dieses Tracks angeht, obwohl er Teil einer übergreifenden Erzählung ist. Das Album handelt von jemandem, der versucht, gesetzlos und egoistisch zu leben. Diese Lebensweise verheißt viel Erfüllung und Frieden, kann aber niemals halten, was sie verspricht. Sie verspricht zu geben, aber stattdessen nimmt sie. Das Album erzählt diese Geschichte auf lineare Weise.
Ist es einfacher oder schwieriger, an Musik zu arbeiten, wenn man damit ein Konzept verfolgt?
Ich habe mich beim Schreiben des Albums definitiv fokussierter gefühlt als je zuvor. Konzeptionelle Einschränkungen machen es zwar etwas schwieriger, aber ich glaube, dass es mich auf andere Weise wiederum befreit hat.
Wie empfindest du dieses „Wasteland“ in deinem täglichen Leben? Welche Parallelen siehst du zwischen der Welt, die du in deiner Musik geschaffen hast, und der realen Welt?
Das „Wasteland“ ist eine Welt und eine Mentalität, die wir alle voreinander zu verbergen versuchen. Wir alle versuchen zu verbergen, dass wir ihre Lebensweise übernommen haben, aber sie findet immer einen Weg, sich durch unsere Worte und Taten zu offenbaren. Das „Wasteland“ ist keine Welt, die man vollständig verlassen kann, aber man kann eine andere Beziehung zu ihr haben. Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich so lebte, als wäre das „Wasteland“ die wahre Realität und erfüllend. Aber ich habe mich selbst belogen. Ich wurde getäuscht. Ich dachte, dass die Befriedigung meiner fleischlichen Begierden mir Freude und Frieden bringen würde, aber tatsächlich hat sie mir beides geraubt.
Das Album fühlt sich mit seinen Interludes fast wie der Soundtrack zu einem „Mad Max“-ähnlichen Film an – war das etwas, das ihr erreichen wolltet?
Ich finde es toll, dass du beim Anhören diesen Eindruck gewonnen hast. Wir wollten auf jeden Fall, dass das Album ein cineastisches Gefühl vermittelt. Wir wollten die Zuhörer in eine Welt versetzen, die sie sich vorstellen und vor ihrem inneren Auge abbilden können. Und wir haben uns definitiv von verschiedenen Filmen inspirieren lassen, um ein akustisches und auch visuelles Bild dieser Welt zu zeichnen.
Ich denke, Interludes werden heutzutage seltener verwendet, weil sie die Streaming-Gewohnheiten stören. Hast du jemals darüber nachgedacht, auf sie zu verzichten, weil sie bei den modernen Hörgewohnheiten eher als unnötig empfunden werden könnten?
Das ist definitiv etwas, das man bedenken muss, aber ich versuche wirklich, solchen Gedanken nur einen sehr geringen Einfluss auf das zu gewähren, was wir tun und schaffen. Aus meiner Sicht entsteht die wirkungsvollste Kunst niemals aus der Überlegung heraus, wie „kommerziell“ verwertbar etwas ist. Natürlich möchten wir, dass die Leute unsere Musik finden und hören, aber wir schätzen es auch, unseren eigenen Weg zu gehen.
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