
Es gibt Bands, die waren gefühlt immer schon da, sie begleiten einen schon fast das gesamte Punkrock-Leben. Erst waren da Ende der 1980er TARGET OF DEMAND aus Linz, dann kam der „Ableger“ 7 SIOUX dazu und wir feierten die einen wie die anderen als seltene europäische Vertreter dessen, was uns Dischord aus Washington, D.C. als Weiterentwicklung des „klassischen“ US-Hardcore vermittelt hatte – ja, wir verwendeten dafür das Drei-Buchstaben-Wort (fängt mit E an, endet auf o, in der Mitte ein m), das heute längst für andere Musik steht. Das erste Album kam 1990 auf X-Mist, das zweite schon im Jahr darauf, dann ging es als SCHWESTER weiter und dann nicht mehr. Mitte der 2000er Jahre eine Neuauflage, eher sporadische als konstante Aktivitäten, 2008 das „Hungover Kingdom“-Album. 2018 die Katastrophe, Hucky stirbt – und 7 SIOUX leben weiter. Die haben nun mit „Alligator Patrol“ eine neue Platte gemacht, und Rainer (Krispel), der sonst auf diesen Seiten als Ox-Autor auftaucht, singt immer noch. 7 SIOUX verbreiten für Szeneveteranen aus jenen „formative years“ ein höchst angenehmes Zuhause-Gefühl (siehe auch den Song „Link“), die zwölf Stücke auf „Alligator Patrol“ (nein, der Titel hat nichts mit der Jagd auf Krokodile in den Kanälen von Wien zu tun) sind relaxte, melancholisch-melodiöse kleine Hymnen mit textlichem Tiefgang und Witz. „Wonderful things will happen“, heißt es im Titelsong, und das ist spätestens dann der Fall, wenn man 7 SIOUX dieser Tage mal wieder irgendwo live sieht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller