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DEZERNAT D’AMOUR

Aktenzeichen L13B3

Eine Text-Bild-Schere tut sich in meinem Kopf auf. Band- und Albumname erinnern mich an schlechte NDW-Popbands, die Musik dagegen verweist eher auf ein anderes Jahrzehnt. Emotional-verzweifelten Post-Hardcore/Deutschpunk würde ich das nennen. Das ist an sich nichts Schlechtes ... Wer diesen Satz in einer Rezension liest, weiß, dass jetzt meist was ganz Schlimmes kommt. Aber hier nicht. DEZERNAT D’AMOUR kommen erstaunlich frisch rüber, haben viele gute Songideen und halten sich tempomäßig eher in gemäßigten Bereichen auf. Was dazu führt, dass ich beim Hören unweigerlich rhythmisch mitwippe. Das Schöne ist, dass die Gitarre nicht so arg verzerrt ist, und somit allzu platte Bollo-Hardcore-Referenzen gar nicht aufkommen – auch wenn die Doublebass manchmal knattert wie bei irgendwelchen Hardcore-Bands Mitte der 1990er. Das ist die Art von deutschsprachigem Post-Hardcore, die ich mir damals im AJZ um die Ecke angeschaut hätte. Erinnert mich von der Atomsphäre her an GRAUE ZELLEN oder TAGTRAUM, nur eben grooviger. So was hätte damals auch gut auf die „Squeal Of ...“-Sampler vom Blurr Fanzine gepasst. Schon schön so.

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