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ALLE MÖRDER SIND SCHON DA

Inzwischen ist es ja normal geworden, dass aus erfolgreichen Videospielen Serien und Kinofilme werden, zumal deren grafische Umsetzung in den letzten Jahren immer cinematischer geworden ist. Als 1993 mit „Super Mario Bros.“ das erste Mal so eine Adaption ins Kino kam, basierend auf dem „Jump ’n’ Run“-Videospiel von Nintendo, fragte man sich schon, was der Unsinn soll, dementsprechend war der Kinofilm auch ein Flop. Noch eigenartiger ist es, wenn ein Brettspiel die Basis für einen Kinofilm liefert, wie es bei „Alle Mörder sind schon da“ (mit Tim Curry und Christopher Lloyd) der Fall ist. Beim Originaltitel „Clue: The Movie“ wird deutlicher, warum es geht, denn das Parker-Brothers-Spiel Cluedo heißt in den USA und Kanada „Clue“. Darin muss ein Mordfall aufgeklärt werden, und aufgrund von sechs Verdächtigen, sechs Tatwaffen und neun Räumen existieren insgesamt 324 verschiedene Lösungskombinationen. In Jonathan Lynns Adaption (danach drehte er mit Ex-Monty Python Eric Idle „Nonnen auf der Flucht“) gibt es allerdings am Ende nur drei Auflösungen. Während sich das Kinopublikum noch mit einer zufällig ausgewählten Auflösung zufriedengeben musste, wurden alle drei Auflösungen auf Video und DVD hintereinander ans Ende gehängt, was den parodistischen Charakter des Films noch steigert, der anfangs kommerziell wenig erfolgreich war, sich über die Jahre aber zum Kultfilm mauserte. Nach einer DVD-Veröffentlichung von 2003 gibt es jetzt die 4K-Premiere im Steelbook auf UHD-Disc in exzellenter Qualität. Extras gibt es keine. Der 1954 während der McCarthy-Ära in einem einsamen Landhaus spielende Film würde ein schönes Double Feature mit „Eine Leiche zum Dessert“ abgeben und versteht es aufgrund seines exzentrischen Personals hervorragend, die Gesetzmäßigkeiten eines Whodunit mit herrlich absurder Note zu versehen.

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