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STEVE VON TILL

Alone In A World Of Wounds

Erst kürzlich hatte NEUROSIS-Frontmann Steve Von Till unter dem Projektnamen HARVESTMAN hintereinander gleich drei Alben als eine Art rein instrumentales, meditatives Dark-Ambient-Soundscape-Triptychon veröffentlicht. Das hatte natürlich wenig mit dem wuchtigen Post-Hardcore seiner ehemaligen Hauptband zu tun und erinnerte mehr an die analogen Klangwelten von Elektronikpionieren wie TANGERINE DREAM Ende der 1970er Jahre. Aber schon auf seinen Solo-Platten unter eigenem Namen, angefangen 2000 mit „As The Crow Flies“, präsentierte sich Von Till als empfindsamer neofolkiger Gothic-Johnny Cash, was auch nicht allzu entfernt von der finsteren Americana-Melancholie eines Mark Lanegan war. Dazu passt natürlich gut ein Plattentitel wie „Alone In A World Of Wounds“. Tatsächlich waren die HARVESTMAN-Platten auf gewisse Weise sogar musikalisch überraschender, aber allein Von Tills Gesang gibt den düsteren Ambient-Drone-Kompositionen von „Alone In A World Of Wounds“ (nur bei einem Song ist ein Schlagzeug zu hören, dafür aber viel Cello und Synthesizer) eine besondere atmosphärische Qualität, ebenso wie sein Gitarrenspiel. Das kann man im direkten Vergleich zu NEUROSIS langweilig finden, ich schätze weiterhin die äußerst berührenden Momente von Von Tills gefühlvollen, leidvollen Songs.

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