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MARTIN SCORSESE

Amazing Ameziane

Kein Zweifel, dies ist kein normaler Comic, sondern eine Mischung aus gezeichnetem Filmepos, Drehbuch, Jahrhundertbiografie und Sittengemälde der Moderne. Was kein Wunder ist, schließlich wird in „Martin Scorsese“ die Geschichte des legendären Filmregisseurs im Graphic-Novel-Breitwandformat erzählt. Natürlich kennt die jeder auch nur halbwegs an Filmkunst interessierte Mensch ansatzweise. Oder wer hat nicht zumindest schon mal etwas gehört von Meisterwerken wie „Taxi Driver“, „Goodfellas“ oder „Wie ein wilder Stier“ oder diese sogar zigfach gesehen? Eben! Und doch ist es ein riesiger Spaß, diesen fast 400 Seiten dicken Wälzer durchzublättern und dabei zuzusehen, wie Scorsese zu dem wurde, der er heute ist: der vielleicht beste Filmemacher überhaupt. Die Geschichte beginnt mit dem kleinen, eher außerhalb aller Cliquen stehenden Jungen, der sich per Beichte beim heimischen Pfarrer die Erlaubnis abholt, in seiner Freizeit Filme anschauen zu dürfen, die auf der kirchlichen Verbotsliste stehen. Und sie führt über seine ersten Schritte im Filmbusiness über all die gedrehten Klassiker und die Rettung der Karriere des zum „Titanic“-Jack abgestempelten Leonardo DiCaprio als „Wolf of Wall Street“ bis hin zu seiner gnadenlosen Abrechnung mit der heutigen gigantomanischen Filmindustrie, die Scorsese verabscheut. Insofern sind gerade die letzten Seiten in diesem beeindruckenden Buch derart bewegend: Der Meister wird in mehreren Sequenzen immer näher gezeigt und offenbart dabei seine Gedanken: „Das Kino wird nie mehr so sein, wie es war. Alle Filme gleichen heute einer Attraktion in Disneyland.“ Ist was dran. Sagt schließlich einer, der es wissen muss.

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