Foto

SCOWL

Are We All Angels

Die Band von der Westküste der USA schlägt mit ihrer neuen Platte nun endgültig sanftere Töne an. Schon beim ersten Durchlauf wird klar, vom früheren wütenden Bellen wie auf dem Debütalbum „How Flowers Grow“ von 2021 haben sie sich verabschiedet. Moss singt schöne und eingängige Melodien, in eigentlich jedem Track. Die Texte jedoch sind wütend geblieben. „Are We All Angels“ ist geprägt von Themen wie Entfremdung, Trauer und dem Verlust von Kontrolle. „Haunted“ handelt von einer Beziehung, in der man nie die Erwartungen erfüllen konnte, obwohl man es wirklich versucht hat. Die Single „Not heaven, not hell“ erzählt, wie es ist, von außen als Opfer stilisiert zu werden, obwohl man das gar nicht ist. Und der Titeltrack am Ende des Albums stellt dann die Frage, ob all der Kampf und die Kraft, die man aufbringen muss, um gegen diese Erwartungen zu kämpfen, es überhaupt wert sind. Das alles passiert zu durchaus punkigen Sounds. Sonderlich überraschend ist diese musikalische Weiterentwicklung nicht, sondern ein konsequenter Schritt nach ihrer EP „Psychic Dance Routine“, die auch bereits poppiger daherkam. Die Zusammenarbeit mit Produzent Will Yip hat der Band geholfen, ihren Spielraum zu erweitern. Das macht alles Spaß, die Songs können in Dauerschleife gehört werden und die Melodien sind gut – wenn auch noch etwas generisch. Ich hoffe, dass sie beim nächsten Album eine noch bessere Symbiose der Stile hinbekommen und weiter experimentieren. Aber da bin ich ganz zuversichtlich.

Anzeige