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ARRESTED DENIAL

Nirgendwo angekommen

Stramme acht Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen, doch nun bringen die Hamburger ARRESTED DENIAL mit „Nirgendwo angekommen“ ihr drittes Album an den Start. Die Gründe für den langen Verzug waren vielfältiger Natur, doch das lange Warten hat sich gelohnt. Die Mischung aus Streetpunk und Offbeats sorgt trotz inhaltlicher Tiefe für eine gute Zeit und wie gewohnt sind unter den elf Songs des neuen Albums so einige Hymnen versteckt. Zu denen auch Trompeter Pip seinen Beitrag leistet, der ARRESTED DENIAL als neues Bandmitglied nun dauerhaft unterstützt. Zuvor „bediente“ sich die Band leihweise bei Trompetern unter anderem von OXO 86. Die Hamburger versprechen sich durch den Zuwachs auch einen zusätzlichen Push beim Live-Spielen der Ska-Songs, wie Valentin im Interview verriet. Namenhafte Unterstützung aus der Szene findet sich auf dem„Nirgendwo angekommen“ ebenfalls: Steff (ALARMSIGNAL) und Tex Brasket (SLIME, TELUXE) unterstützen sie gesanglich bei jeweils einem Song. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen, denn „Für ein paar Stunden“ und „Mauern“ gehören zu den Hits des Albums. Wobei sich Tex Brasket nicht nur gesanglich, sondern auch textlich mit einigen eigenen Textzeilen einbrachte. Zwar ist das Album mit elf Titeln eher knapp bemessen, jedoch ist dafür immerhin eine stattliche Anzahl an Ohrwürmer enthalten. Dies ist eng mit dem Stil von ARRESTED DENIAL verknüpft. Der Sound ist sehr eingängig, enthält melodische Riffs und viele Chöre. Die gelegentlichen Offbeat-Passagen und Trompeteneinsätze fügen sich gut ein und laden zum Tanzen ein. Letztlich wirkt die musikalische Begleitung oftmals positiver als die jeweiligen Texte. Im bereits erwähnten Titel „Mauern“ wird zum Beispiel die aufkommende Gefahr von rechts und die erkennbaren Parallelen zu den Entwicklungen vor 1933 thematisiert. „Alles wie es war“ und „Nichts zu bereden“ sind weitere politische Songs, in denen es um eine verquere Romantisierung der Vergangenheit und den Umgang mit Nazis geht. Zudem haben weitere gesellschaftliche Themen ihren Platz auf dem Album gefunden. Dazu gehört die scheinbar unaufhaltsame Gentrifizierung („Auf all den Lärm“) oder das manchmal herausfordernde Zurechtfinden in unserer komplexen Welt („Nirgendwo angekommen“). Zu guter Letzt kommt bei den Punks ARRESTED DENIAL auch das Feiern nicht zu kurz. In der Ska-Nummer „Offbeat Antifa“ huldigen sie der Szene und „Für ein paar Stunden“ stellt die schönen Momente des Lebens in den Vordergrund. Trotz aller Probleme und Herausforderungen der heutigen Zeit gibt es immer noch ein Fünkchen Hoffnung auf Besserung. Sollte dieses irgendwann erlöschen, haben uns ARRESTED DENIAL mit „Nirgendwo angekommen“ wenigstens für 39 Minuten eine gute Zeit beschert.

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