Foto

AUGUST BURNS RED

Death Below

Es braucht nicht lange, bis Kennern der Band auffällt, wie verdammt düster „Death Below“ für AUGUST BURNS RED-Verhältnisse ist. Leichte Kost waren die Songs der Band nie, aber dem neuesten Werk hört man die schwierige Zeit an, in der es entstanden ist. Textlich wie auch musikalisch werden einige schwierige Gefühle verarbeitet. Jake Luhrs schreit sich Frust, Angst, Unsicherheit und Wut von der Seele und wirkt dabei durchweg authentisch. So schwer die Themen oft auch sind, so sehr machen die ehrlichen Texte das Album zugänglich für alle, die sich mit ähnlichen Gefühlen auseinandersetzen mussten und müssen. Der düstere Opener setzt den Ton für alles, was dann auf den Hörer einprügelt. Früh fallen die Worte „The worst is yet to come“ und so fühlt es sich auch an. „Death Below“ geht zu den Anfängen einer schwierigen Zeit zurück, die noch lange nicht vorbei ist. Eine Aneinanderreihung von Krisen, Schicksalsschlägen und schwer zu verdauenden Gefühlen wird hier Song für Song durchexerziert. Die Titel sind progressiv und komplex, aber nie ziellos. Hier und da lockern Melodien das Geschehen auf, um dann beispielsweise einem ausgedehnten und stimmungsvollen Gitarrensolo zu weichen. Einen fast achtminütigen Brocken wie „The cleansing“ an den Anfang eines Albums zu stellen, ist eine Ansage, die klar macht, dass AUGUST BURNS RED nicht davor zurückscheuen, den Songs die nötige Tiefe und Komplexität zu geben. Erfrischend in Zeiten immer kürzer werdender Tracks, die auf die Streamingdienste zugeschnitten sind. Erwähntes „The cleansing“ ist in sich schon eine so stimmige und facettenreiche Reise, wie man sie von einem ganzen Album erwarten würde. Dass es mit „Reckoning“ einen zweiten Achtminüter auf „Death Below“ gibt, spricht Bände. Der Song gewinnt dann auch durch den Gastauftritt von Spencer Chamberlain, dem UNDEROATH-Sänger, eine ganz eigene Schwere und Tiefe. Das neue AUGUST BURNS RED-Album wird sicher noch für einige sehr spannende Hördurchgänge sorgen, denn es bietet so viele Facetten, Ideen und eine angenehme Vielschichtigkeit, die man aktuell bei großen Bands hin und wieder vermissen muss. Man kann hier verdammt froh sein, dass die Jungs den künstlerischen Ausdruck vor die erzwungene Zugänglichkeit stellen. In Summe ein unglaublich geiles Album, das schwer in Worte zu fassen ist. Unbedingt anhören!