
Was lange währt, wird endlich gut. So verhält es sich auch mit „Void“, dem neuen Studioalbum der schwedischen Metalcore-Band AVIANA. Drei Jahre nach „Corporation“ kehren sie zurück mit einem noch definierterem Sound und dem bekanntem Mix aus Melodie und Härte. Dieser Wechsel zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, etwa durch den direkten Übergang vom sehr melodiösen, emotionalen „Redroom“ zum harten, erbarmungslosen „Delirium“, das nicht nur beim Schlagzeuggewitter zu Beginn ordentlich Tempo macht. In Songs wie „Storm ablaze“ und „Evermore“ kombinieren sie hingegen gekonnt beides miteinander. Das ist vor allem im Refrain erkennbar, einer Verbeugung von Sänger Joel Holmqvist vor seiner Lieblingsband HIM. Ansonsten glänzt er auf „Void“ mit einer unglaublichen stimmlichen Vielfalt: mal zart, fast zerbrechlich, mal kraftvoll, gar mit einer an Verzweiflung grenzenden Brutalität. Einige Songs wie „Heavenly sparks“ vereinen in sich nahezu das gesamte Spektrum des Möglichen. Ein sehr emotionales Finale ist „Worlds pulse“, zu dem IMMINENCE-Sänger Eddie Berg nicht nur Vocals beisteuert, sondern auch die Geige erklingen lässt. Am Ende fühlt sich das Album fast zu kurz an, die das Ende einläutende Violine erklingt zu früh. „Void“ macht Hunger auf mehr.
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Olivia Zöllner
© by Fuze - Ausgabe #115 Dezember 2025 /Januar 2026 2025 und Olivia Zöllner