Foto

BENTHOS

From Nothing

Bereits wenige Sekunden, nachdem der erste Song begonnen hat, ist die Reise von BENTHOS klar: Jazz-Metal? Na ja, vielleicht doch nicht so klar. Denn hier gibt es natürlich Genrevertreter, die gänzlich unterschiedlich klingen. Chaotisches Geballer wie bei THE DILLINGER ESCAPE PLAN sucht man hier vergebens, trotzdem gibt es Parallelen. Ausgeklügelte Songstrukturen wie bei BETWEEN THE BURIED AND ME oder THE HIRSCH EFFEKT? Ja, haben wir auch, aber wieder hinkt der Vergleich. Virtuoses Spiel wie bei POLYPHIA? Ja, aber deutlich weniger Pop-Appeal. Somit bleibt „From Nothing“ nicht wirklich greifbar, entzieht sich immer wieder der Einordnung, nur um dann wieder zu versöhnen, umarmen und einen in wohlige Wärme zu hüllen. Gerne spricht man bei Bands von „Artists“, hier sind tatsächlich Künstler am Werk. „From Nothing“ ist nichts für ein Festival und eine Flasche Bier, sondern für ein Glass Wein und einen kleinen Club. Aber das sind nur ein paar der Assoziationen, die BENTHOS mit ihrem Album auslösen. Man kann sich vorstellen, dass sich das Publikum der Italiener zum großen Teil aus Musikern zusammensetzt. So wie alle Schlagzeuger:innen dieser Welt bei MESHUGGAH im Publikum stehen, so werden auch BENTHOS ihren Platz bei den Musiknerds dieser Welt finden. Das ist bestimmt nicht für jeden etwas, aber trotzdem eine Perle.

Anzeige